JSO-Bicomplexe gehören in die Hände von „Laien“!

Chemie- und Pharma-Fabriken
Phar­ma-Big Busi­ness gegen Homöopathie

Eigent­lich sind vie­le Schwei­zer kom­ple­men­tär- und alter­na­tiv­me­di­zi­ni­schen Ver­fah­ren (KAM) gegen­über freund­lich ein­ge­stellt. Doch wenn es um deren Bezah­lung geht, ist es aus mit der Freund­lich­keit. So wur­de die Bezah­lung aller KAM-Ver­fah­ren durch Schwei­zer Kos­ten­trä­ger 2005 ein­ge­stellt. Eine Volks­be­fra­gung führ­te zwar dazu, dass es in der Schweiz 2009 zu einer – welt­weit ein­ma­li­gen – Ver­an­ke­rung der Kom­ple­men­tär­me­di­zin in der Ver­fas­sung kam. Die­se blieb jedoch weit­ge­hend ohne prak­ti­sche Fol­gen, da es kei­ne Geset­ze gibt, die die Vor­ga­ben der Ver­fas­sung umset­zen. Eine auf­wän­di­ge Medi­zin­tech­nik-Fol­ge­ab­schät­zung sprach der Homöo­pa­thie 2006 zwar eine erheb­li­che Bedeu­tung bei der Kran­ken­ver­sor­gung zu [1]. Die seit­her wie­der mög­li­che – teil­wei­se – Kos­ten­er­stat­tung ist jedoch nicht kostendeckend.

Die Publi­ka­ti­on die­ses sog. „Schwei­zer Reports“ sti­mu­lier­te die Anti­ho­möo­pa­thie-Bewe­gung zuerst in Groß­bri­tan­ni­en, dann in ande­ren angel­säch­si­schen Län­dern und jetzt auch in der USA, ihren Wider­stand immer pene­tran­ter zu arti­ku­lie­ren (erin­nert sei zum Bei­spiel an die von Skep­ti­kern ange­zet­tel­ten welt­wei­ten „Ver­gif­tungs­ver­su­che“ mit homöo­pa­thi­schen Präparaten).

– Ers­tes Ziel, das in Deutsch­land ja bereits erreicht ist, ist das Ende der Erstat­tung von homöo­pa­thi­schen The­ra­pie durch die Kos­ten­trä­ger (bei uns die Kran­ken­kas­sen). Oder homöo­pa­thi­schen The­ra­peu­ten und Her­stel­lern die Mög­lich­keit zu neh­men, sich haf­tungs­recht­lich abzu­si­chern. Oder homöo­pa­thi­sche For­schung mit staat­li­chen Gel­dern an den Uni­ver­si­tä­ten zu verbieten.

– Zum zwei­ten Ziel, von dem eben­falls bei uns und in angel­säch­si­schen Län­dern schon viel erreicht wur­de, gehö­ren Ver­su­che, die Pati­en­ten von Homöo­pa­then und vor allem die The­ra­peu­ten und Wis­sen­schaft­ler öffent­lich lächer­lich zu machen, zu demü­ti­gen oder ihre beruf­li­chen Kar­rie­ren zu zer­stö­ren [2].

Holunderblüten
Heil­pflan­ze Holun­der­blü­ten (eine mei­ner liebsten …)

Eine Kon­se­quenz die­ser Anti-Homöo­pa­thie-Akti­vi­tä­ten erkann­ten schon vie­le Homöo­pa­then des 19. Jahr­hun­derts – näm­lich zum Erhalt der Homöo­pa­thie auch „Lai­en“ homöo­pa­thisch zu qua­li­fi­zie­ren. Also inter­es­sier­te Men­schen, die kei­ne Ärz­te oder Heil­prak­ti­ker sind, so kom­pe­tent aus­zu­bil­den, dass sie sich und ihre Fami­li­en opti­mal homöo­pa­thisch behan­deln kön­nen. So ent­stand schon damals ein bunt gestrick­tes Netz homöo­pa­thi­scher Patientenvereine.

Auch der Homöo­pa­thie nahe­lie­gen­de Kon­zep­te, wie die „Bio­che­mie“ nach Schüß­ler oder die „JSO-Bicom­plex-The­ra­pie“ nach Kon­rad Grams, för­dern beson­ders bei Lai­en die Erfah­rung und Kom­pe­tenz im Umgang mit der Homöo­pa­thie ins­ge­samt. Dies kann dabei hel­fen, die­sen wich­ti­gen Impuls in der neue­ren Medi­zin­ge­schich­te nicht auf­grund einer ideo­lo­gi­schen und phar­ma­ko-öko­no­mi­schen Macht­de­mons­tra­ti­on der „Alles-Bes­ser­wis­ser“, „Skep­ti­ker“ und der sie finan­zie­ren­den Lob­by­krei­se zu verlieren.

Viel­leicht, lie­be Lese­rin­nen und Leser, wird jetzt auch klar, war­um ich alle Ver­fah­ren zur Selbst-Behand­lung, zum Bei­spiel die Kom­plex­mit­tel-Homöo­pa­thie, die Schüß­ler- und die JSO-Bicom­plex-The­ra­pie, die Bach­blü­ten-Anwen­dung oder den Ein­satz des Baun­scheid­tie­rens vor allem von „Lai­en“ prak­ti­ziert sehen will. Also von uns allen, und nicht von eini­gen weni­gen „Exper­ten“. Dort, zu den „Lai­en“, den eigen­ver­ant­wort­li­chen Selbst-Anwen­dern, gehö­ren die­se Ver­fah­ren näm­lich hin und kön­nen von die­sen ohne Macht- und Pro­fit-Inter­es­sen leben­dig wei­ter durch die Genera­tio­nen zu unse­ren Kin­des-Kin­dern getra­gen werden.

Autor
• Rai­ner H. Buben­zer, Gesund­heits­be­ra­ter, Ber­lin, Novem­ber 2015.
Bild­nach­weis
• indus­trie­blick (foto​lia​.com, 27841416).
• pho­to­crew (foto​lia​.com; 65367840).
Quel­len
[1] Born­höft G, Mat­t­hies­sen P (Hrsg.): Homöo­pa­thie in der Kran­ken­ver­sor­gung – Wirk­sam­keit, Nut­zen, Sicher­heit und Wirt­schaft­lich­keit. VAS, Bad Hom­burg, 2006 (Kurz­fas­sung).
[2] Fre­ckel­ton I: The med­i­­co-sci­en­­ti­­fic mar­gi­na­li­sa­ti­on of home­o­pa­thy: inter­na­tio­nal legal and regu­la­to­ry deve­lo­p­ments. J Law Med. 2015 Sep;23(1):7-23 (PMID.