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Intervall-Fasten: Die Option für gesundes Gewicht und langes Leben

Intervall-Fasten

Inter­vall-Fas­ten mit Bicom­ple­xen
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Inter­mit­tie­ren­des oder Inter­vall-Fas­ten – also frei­wil­li­ger Ver­zicht auf Essen und Trin­ken (Aus­nah­me Was­ser) ein­mal pro Woche – hat zahl­rei­che gesund­heit­li­che Vor­tei­le. Bis­he­ri­ge For­schun­gen zei­gen, dass ent­spre­chen­de „heil­sa­me“ Stoff­wech­sel-Pro­gram­me tief in unse­rem Erb­gut ver­an­kert sind. Regel­mä­ßig durch­ge­führt, unter­stützt Inter­vall-Fas­ten die vor­beu­gen­de Gesund­heits­pfle­ge und hilft beim lang­fris­ti­gen Abneh­men und Gewichts­er­halt. Und: Inter­vall-Fas­ten ist eine Anti-Aging-Maß­nah­me, ver­län­gert also das Leben.

Begriffs­klä­rung Was bedeu­tet nun „inter­mit­tie­ren­des Fas­ten“ oder „Inter­vall-Fas­ten“ genau? Der Begriff lehnt sich an den Begriff des reli­giö­sen oder medi­zi­ni­schen Fas­tens an. Dies bedeu­tet, das Men­schen über einen bestimm­ten Zeit­raum frei­wil­lig auf Nah­rung ver­zich­ten, wobei aller­dings Flüs­sig­kei­ten wie Was­ser oder unge­süß­ter Tee erlaubt sein kön­nen. Fas­ten kann von weni­gen Tagen (zum Bei­spiel zur Ope­ra­ti­ons­vor­be­rei­tung) bis zu zwei Mona­ten (zum Bei­spiel Heil­fas­ten unter ärzt­li­cher Kon­trol­le) dau­ern. Fas­ten hat für Men­schen wegen sei­ner Frei­wil­lig­keit ganz unter­schied­li­che kör­per­li­che, see­li­sche oder geis­ti­ge Aus­wir­kun­gen. Inter­mit­tie­ren­des Fas­ten ist – im Gegen­satz zu Din­ner-Can­cel­ling (Abend­fas­ten) und wei­te­ren Diä­ten mit zeit­wei­ser Ernäh­rungs­be­schrän­kung – eine Form des natur­heil­kund­li­chen, gesund­heits­pfle­gen­den Heil­fas­tens und nicht in ers­ter Linie ein Ver­fah­ren zur Gewichts­re­duk­ti­on.

Dicksein ist schön?

Dick­sein ist schön – wirk­lich?
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Heil­fas­ten Das (the­ra­peu­ti­sche) Fas­ten zum Bei­spiel „Heil­fas­ten nach Otto Buch­in­ger“ wird meist durch eini­ge vor­be­rei­ten­de Maß­nah­men ein­ge­lei­tet: Einen Ent­las­tungs­tag (Ver­rin­ge­rung der Nah­rungs­auf­nah­me), Darm­ein­lauf (vor­be­rei­ten­de Darm­rei­ni­gung) und – wenn es ver­tra­gen wird – die ein­ma­li­ge Anwen­dung eines kräf­ti­gen Abführ­mit­tels (Ent­schla­ckung). Zum Heil­fas­ten gehört übri­gens auch das „Fas­ten­bre­chen“, das wesent­lich für eine Fas­ten­kur ist. Fas­ten­bre­chen ist ein lang­sa­mer Beginn des Essens zum Ende des Fas­ten, wobei aus­ge­wähl­te, beson­ders ver­träg­li­che Lebens­mit­tel erlaubt sind, um den Orga­nis­mus scho­nend wie­der auf „Nor­mal­be­trieb“ umzu­stel­len (Mehr zum Fas­ten).

Die Zeit­dau­er beim Inter­vall-Fas­ten ist wesent­lich kür­zer – näm­lich meis­tens ein Tag oder sel­te­ner zwei Tage pro Woche. Danach geht es mit der nor­ma­len Ernäh­rung wei­ter. Vor- oder nach­be­rei­ten­de Maß­nah­men wie Darm­rei­ni­gung oder Fas­ten­bre­chen ent­fal­len. Die bis­her vor­lie­gen­den Erfah­run­gen und Stu­di­en zei­gen, dass der jewei­li­ge wöchent­li­che Fas­ten­tag nicht immer am glei­chen Wochen­tag lie­gen soll­te (zum Bei­spiel immer Sonn­tags). Denn wer sich auf den immer glei­chen Inter­vall-Fas­ten­tag in der Woche fest­legt, erreicht weni­ger gute Effek­te für sei­ne Gesund­heit.

Würfel

Wür­fel mit 7 Sei­ten

Posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen wie Gewichts­ver­lust, Ent­schla­ckung oder Ener­gie­zu­wachs wer­den merk­wür­di­ger­wei­se gerin­ger aus­ge­prägt. Es wird ange­nom­men, dass sich unse­re Kör­per­in­tel­li­genz sehr schnell auf den rhyth­mi­schen Nah­rungs­man­gel an fest­ge­leg­ten Tagen gewöhnt und die­sen durch mehr Essen oder ver­bes­ser­te Nah­rungs-Aus­wer­tung kom­pen­siert. Des­halb: Wer sich für das Inter­vall-Fas­ten ent­schei­det, muss die­ses an will­kür­lich aus­ge­wähl­ten Tagen tun. Um den an Rhyth­men gewohn­ten Orga­nis­mus ein Schnipp­chen zu schla­gen, eig­net sich am bes­ten ein Wür­fel, mit dem die nächs­ten Inter­vall-Fas­ten­ta­ge bestimmt wer­den.

Ach­tung eige­ne Fal­le Häu­fig bemer­ken wir Men­schen unse­re eige­nen Fal­len oder Gewohn­hei­ten nicht. Ganz nach dem Mot­to: Ach, Sonn­tag möch­te ich nicht fas­ten – da gibt es immer so lecke­res Essen. Mon­tag auch nicht – zu viel Stress in der Fir­ma. Dann lie­ber Frei­tag! Zuletzt wird doch eher rhyth­misch am Frei­tag gefas­tet, weil es eben am bes­ten in die eige­nen Vor­ga­ben passt – nur dar­um geht es nicht! Mit einem Wür­fel zufäl­lig aus­ge­wähl­te Fas­ten­ta­ge zwi­schen Mon­tag bis Sonn­tag ver­mei­den die­se vor­ein­ge­stell­ten eige­nen Struk­tu­ren. Natür­lich kön­nen dabei auch mal zwei Fas­ten­ta­ge auf­ein­an­der­fol­gen (Son­n­­tag-Mon­­tag). Wer damit nicht zurecht kommt, kann dies mit einer zusätz­li­chen Regel „Nie zwei Fas­ten­ta­ge hin­ter­ein­an­der“ aus­schlie­ßen..

Fasten – Teil des Lebens

Eine vor­über­ge­hen­de Beschrän­kung der Nah­rungs­zu­fuhr ist seit Schöp­fungs­be­ginn Teil der nor­ma­len Exis­tenz der meis­ten Lebe­we­sen. Denn: Alle Lebe­we­sen in der Natur erle­ben Not­zei­ten. Tie­re in frei­er Wild­bahn müs­sen bei­spiels­wei­se hun­gern, wenn ihre Jagd nicht erfolg­reich war. Ande­re Tie­re wan­dern bei Dür­re­pe­ri­oden über wei­te Stre­cken bis in nah­rungs­rei­che­re Regio­nen. Oder: In bestimm­ten Welt­ge­gen­den füh­ren die Jah­res­zei­ten regel­mä­ßig zu län­ger anhal­ten­den Pha­sen mit gerin­ger oder gar feh­len­der Ernäh­rung (Winter/​Frühling). Schein­bar dar­ben vie­le Tie­re der­weil – den­noch sind sie zu Höchst­leis­tun­gen fähig. Denn vie­le Tie­re auf der nörd­li­chen Halb­ku­gel tra­gen bei­spiels­wei­se im Win­ter ihren Nach­wuchs aus, um ihn dann in Zei­ten der Fül­le von Früh­jahr und Som­mer groß zu zie­hen.

siebenseitiger Würfel

Auch die Mensch waren wäh­rend der Evo­lu­ti­on stän­dig mit Pha­sen von Man­gel oder Hun­ger kon­fron­tiert, also Pha­sen, in denen es wenig oder sogar gar nichts zu essen gab. Der Win­ter und begin­nen­de Früh­ling war in unse­ren Brei­ten­gra­den regel­mä­ßig eine Zeit von Nah­rungs­man­gel und sogar Hun­gern. Ern­te­aus­fäl­le durch Dau­er­re­gen oder Dür­ren, Kriegs­zei­ten oder Natur­ka­ta­stro­phen erschwe­ren auch heu­te immer wie­der das Über­le­ben von Men­schen auf der Erde. Kurz­um, die gene­ti­schen Pro­gram­me der Säu­ge­tie­re und eben auch des Men­schen sind her­vor­ra­gend aus­ge­stat­tet, um Pha­sen mit feh­len­der Nah­rungs­zu­fuhr zu über­ste­hen ohne gleich krank zu wer­den. Im Gegen­teil: Gene­tisch bedingt rei­nigt und akti­viert Nah­rungs­man­gel unser bio­lo­gi­sches Sys­tem.

Gesundheitspflege durch Intervall-Fasten

Die­se natür­li­chen, von der Evo­lu­ti­on vor­ge­se­he­nen Peri­oden mit Nah­rungs­man­gel haben zahl­rei­che Vor­tei­le für die Gesund­heit, stell­ten Wis­sen­schaft­ler fest. In den letz­ten Jah­ren sind zahl­rei­che Stu­di­en durch­ge­führt wor­den, bei denen die gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen des inter­mit­tie­ren­den Fas­tens unter­sucht wor­den sind. Eini­ge weni­ge Bei­spie­le:

Gewichts­ver­lust Eine Grup­pe von Wis­sen­schaft­lern der Uni­ver­si­tät of Illi­nois of Chi­ca­go beleg­te, dass sich mit inter­mit­tie­ren­dem Fas­ten lang­fris­tig ein Gewichts­ver­lust errei­chen lässt. Dabei wer­den auch Risi­ko­fak­to­ren, die zu Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen füh­ren, deut­lich ver­min­dert [1]. Klar ist, dass regel­mä­ßi­ges inter­mit­tie­ren­des Fas­ten – zum Bei­spiel an einem Tag pro Woche – dazu führt, rein rech­ne­risch ein Sieb­tel der pro Woche ver­zehr­ten Nah­rung weni­ger auf­ge­nom­men wird. Vor­aus­ge­setzt natür­lich, dass an den ande­ren Tage der Woche nor­mal und nicht höher­ka­lo­risch geges­sen wird. Allei­ne die­se regel­mä­ßi­ge Kalo­ri­en­re­duk­ti­on trägt zu lang­fris­ti­gem Gewichts­re­duk­ti­on oder zu einem erleich­ter­tem „Gewicht­hal­ten“ bei.

Männer-Übergewicht


Män­ner-Über­ge­wicht
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Sel­te­ner Zucker­krank­heit und Vor­stu­fen Bra­si­lia­ni­sche Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät São Pau­lo unter­such­ten schwer­ge­wich­ti­ge Män­ner, die mit allen Pro­ble­men der Adi­po­si­tas (BMI >25) zu kämp­fen hat­ten (z. B. früh­zei­ti­ge Ent­wick­lung von Herz­kreis­lauf-Pro­ble­men und/​oder Erwach­se­nen-Dia­be­tes Typ II). Die Wis­sen­schaft­ler konn­ten zei­gen, dass die Pro­ban­den durch inter­mit­tie­ren­des Fas­ten und eine Ernäh­rungs­um­stel­lung gesund­heit­lich pro­fi­tier­ten. Also deut­lich abnah­men, weni­ger Herz­kreis­lauf-Pro­ble­me ent­wi­ckel­ten und ihr Dia­be­tes-Risi­ko deut­lich redu­zier­ten. Anhand tier­ex­pe­ri­men­tel­ler Stu­di­en konn­ten die Wis­sen­schaft­ler zudem deut­li­che Ver­än­de­run­gen im Fett­stoff­wech­sel, eine ver­zö­ger­te Auf­nah­me von Glu­ko­se und dadurch beding­te posi­ti­ve Ver­än­de­rung des Insu­lin­stoff­wech­sels zei­gen. Tie­re, die regel­mä­ßig Inter­vall-Fas­ten aus­ge­setzt wur­den, zeig­ten eine erhöh­te Wider­stands­fä­hig­keit gegen Stress. Auch Ent­zün­dungs­kas­ka­den im Zusam­men­hang mit dem Fett­ge­we­be konn­ten deut­lich ver­rin­gert wer­den [2].

Ent­zün­dungs­lin­de­rung Wel­che mög­li­chen gesund­heit­li­chen Vor­tei­le das frei­wil­li­ge Fas­ten tags­über wäh­rend des isla­mi­schen Fas­ten­mo­nats Rama­dan haben kann, das als eine Art inter­mit­tie­ren­des Fas­ten gilt, zeig­ten Wis­sen­schaft­ler von der Hafi-Uni­ver­si­tät (Sau­di-Ara­bi­en). Sie unter­such­ten bei den 50 Pro­ban­dIn­nen den Ver­lauf wesent­li­cher gesund­heit­li­cher Para­me­ter wäh­rend des Fas­ten, unter ande­rem Blut­druck, Gewicht, Kör­per­fett­an­teil oder Blut­wer­te, die auf die Akti­vie­rung von Ent­zün­dungs-Mecha­nis­men hin­deu­ten (Inter­leu­kin, Tumor-Nekro­se­fak­tor alpha, Immun­zel­len-Sta­tus). Am Ende des Rama­dan hat­ten die Pro­ban­den sowohl einen nied­ri­ge­ren Blut­druck als auch ein redu­zier­tes Kör­per­ge­wicht. Eben­so war ihr „Ent­zün­dungs­sta­tus“ ver­bes­sert, was bei Pati­en­ten mit chro­nisch-ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen wie Rheu­ma oder Auto­im­mun­erkran­kun­gen the­ra­peu­tisch vor­teil­haft sein könn­te [3].

Lebens­ver­län­ge­rung Japa­ni­sche Wis­sen­schaft­ler konn­ten schon 2009 im Rah­men von Tier­su­chen auf­zei­gen: Inter­mit­tie­ren­des Fas­ten ver­län­gert deut­lich die Über­le­bens­ra­te nach chro­ni­scher Herz­in­suf­fi­zi­enz, einer Schä­di­gung des Herz­mus­kels meis­tens im Ver­lauf einer Arte­ri­en­ver­kal­kung. Die Ergeb­nis­se zeig­ten eben­falls modu­lie­ren­de, posi­ti­ve Effek­te sowohl bei der chro­ni­schen Erkran­kung selbst als auch bei der Vor­beu­gung von Herz­er­kran­kun­gen [4].

siebenseitiger Würfel

Resü­mee Wis­sen­schaft Aus heu­ti­ger Sicht ist klar: Über­ge­wicht schä­digt wie kaum ein ande­res selbst beein­fluss­ba­res Lebens­ele­ment – mit Aus­nah­me des Rau­chens – die Gesund­heit nach­hal­tig. Eine Gewichts­re­duk­ti­on bei deut­lich über­ge­wich­ti­gen Men­schen hat des­halb eine Viel­zahl von gesund­heit­li­chen Vor­tei­len. Allein schon dadurch, dass das Inter­vall-Fas­ten beim Abneh­men oder Gewicht­hal­ten hilft, nützt es also unse­rer Gesund­heit. Bei den Anwen­de­rin­nen und Anwen­dern ist Inter­vall-Fas­ten übri­gens weit­aus belieb­ter als alle ande­ren Ver­fah­ren der Kalo­ri­en­be­gren­zung.

Doch es ist nicht allei­ne die ver­bes­ser­te Gewichts­kon­trol­le, die die heil­sa­men Wir­kun­gen des Inter­vall-Fas­tens aus­ma­chen. Eine Viel­zahl von For­schun­gen, die seit rund 100 Jah­ren zum Fas­ten und Inter­vall-Fas­ten mit ver­schie­dens­ten Tie­ren sowie mit Men­schen durch­ge­führt wor­den sind, las­sen heu­te nur eine zusam­men­fas­sen­de Deu­tung zu: (Intervall-)Fasten sti­mu­liert evo­lu­ti­ons­be­dingt eine Viel­zahl von Stoff­wech­sel-Wegen inten­siv, wodurch die Chan­ce von Selbst­hei­lung oder die Wir­kung von The­ra­pi­en ver­bes­sert wird. Zusam­men­ge­nom­men führt dies zu einer Opti­mie­rung der Gesund­heit, zur Vor­beu­gung von Erkran­kun­gen, zur ver­bes­ser­ten Über­win­dung von Krank­hei­ten, zum erleich­ter­ten Leben mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen, zu einer deut­lich erhöh­ten Lebens­qua­li­tät und letzt­lich zu einem ver­län­ger­ten Leben. Die­se gesund­heit­lich vor­teil­haf­ten Wir­kun­gen sind ver­mut­lich auch der Grund, war­um sich das „Gesund­heits­sys­tem“ wenig bis über­haupt nicht zum Heil­fas­ten und Inter­vall-Fas­ten äußert. Gesund­heits­pfle­gen­de Maß­nah­men, die Men­schen allei­ne durch­füh­ren kön­nen, sind für die Krank­heits-Indus­trie ein­fach nach­tei­lig …

Intervall-Fasten – Die Praxis

Inter­mit­tie­ren­de Fas­ten im Lebens­all­tag Bei den bemer­kens­wer­ten, gesund­heits­pfle­gen­den Vor­tei­len des inter­mit­tie­ren­den Fas­tens kann schnell der Wunsch ent­ste­hen, es auch ein­mal selbst aus­zu­pro­bie­ren. Men­schen mit Fas­ten-Erfah­rung wer­den wis­sen: Es ist ohne Wei­te­res mög­lich, einen oder zwei Tage zu fas­ten – auch im Berufs­all­tag. Oft ste­hen dem nur gewohn­heits­be­ding­te Wider­stän­de oder ande­re Bequem­lich­kei­ten ent­ge­gen.

Für Men­schen, die kei­ne Erfah­run­gen mit Fas­ten haben – also frei­wil­li­ger Ernäh­rungs­ver­zicht über einen län­ge­ren Zeit­raum – könn­te das inter­mit­tie­ren­de Fas­ten jedoch als gro­ße Her­aus­for­de­rung erschei­nen. Dies bedarf einer inne­ren Vor­be­rei­tung. Ein lang­sa­mes Her­an­tas­ten an die­se The­ma­tik kann sinn­voll sein. Schließ­lich leben wir in einer Zeit des Über­flus­ses, in dem zu jedem Zeit­punkt oder auch zu allen Jah­res­zei­ten sämt­li­che Nah­rungs­mit­tel, Gemü­se oder Obst in Hül­le und Fül­le zur Ver­fü­gung ste­hen. War­um sol­len wir also frei­wil­lig nichts essen?

Die Waage

Die Waa­ge – wich­tig für jedes Abnehm­pro­gramm
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Bre­chen von Gewohn­hei­ten Wir sind so sehr dar­an gewöhnt, zum Bei­spiel fri­sche Erd­bee­ren auch im Win­ter aus Neu­see­land oder Argen­ti­ni­en zu bekom­men, dass die Jün­ge­ren unter uns gar nicht genau wis­sen, wann eigent­lich die Erd­beer­zeit in unse­rer Lebens­um­welt ist. Auch das über­bor­den­de Essens­an­ge­bot wie Fress­bu­den auf Bahn­stei­gen, Kios­ke aller­or­ten mit beleg­ten Bröt­chen und Süßig­kei­ten, las­sen uns meist gar nicht dar­über nach­den­ken, ob wir wirk­lich Hun­ger haben. Sobald wir Appe­tit ver­spü­ren, kau­fen wir eben etwas. Bas­ta! Mit inter­mit­tie­ren­dem Fas­ten wer­den neue Erfah­run­gen gemacht und damit kön­nen auch ein­ge­schlif­fe­ne Essens­ge­wohn­hei­ten über­prüft wer­den: Essen wir sofort beim ers­ten Appe­tit-Anzei­chen? Oder: Kön­nen wir ein wenig „Hun­ger“ aus­hal­ten, oder bekom­men wir sofort schlech­te Lau­ne? Inter­mit­tie­ren­des Fas­ten kann uns auch dabei hel­fen, unse­re Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten lang­fris­tig umzu­stel­len. Denn die schnel­le Brat­wurst am Kiosk stillt zwar den Appe­tit, aber sie liegt auch lan­ge im Magen – bemer­ken vie­le bald danach. Auch bei fet­ti­gen Brat­kar­tof­feln oder Pom­mes braucht der Orga­nis­mus lan­ge Zeit, um die Nähr­wer­te auf­zu­schlie­ßen und sich des Völ­le­ge­fühls end­lich zu ent­le­di­gen. Sport­be­wuss­te haben dafür einen Namen: „Koh­len­hy­drat-Koma“. Typi­sche Kenn­zei­chen sind län­ger anhal­ten­de Schläf­rig­keit und Leis­tungs­ab­fall nach schwe­rem, koh­len­hy­dratrei­chen Essen. Obst, Salat oder leich­te Spei­sen setz­ten dem Kör­per nicht so sehr zu – wie wäre es also mit dem Ein­bau von fri­schem Obst oder Gemü­se in den Spei­se­plan?

Der Ent­schluss Vor dem Aus­pro­bie­ren des inter­mit­tie­ren­den Fas­tens steht vor allem eins: Ein neu­gie­ri­ger Ent­schluss und die erwar­tungs­vol­ler Bereit­schaft durch­zu­hal­ten. Zur Vor­be­rei­tung und lang­sa­men Hin­füh­rung kann bei­spiels­wei­se ein „Essens-Tage­buch“ über län­ge­re Zeit geführt wer­den. Dies hilft dabei, sich im Vor­we­ge klar­zu­ma­chen: Was esse ich tags­über wann und wie viel? Wer sich noch die – für das Inter­vall-Fas­ten spä­ter nicht not­wen­di­ge – Mühe macht, die täg­lich gefut­ter­ten Kalo­ri­en (im Inter­net gibt es vie­le Lis­ten) zusam­men­zu­zäh­len, wird wahr­schein­lich über­rascht sein: Sie befin­den sich aller­dings in guter Gesell­schaft, denn die meis­ten Men­schen essen mehr als sie brau­chen. Übri­gens: Der durch­schnitt­li­che Kalo­ri­en­be­darf liegt zwi­schen 1300 bis maxi­mal 1600 Kilokalorien(je nach Alter, Kör­per­grö­ße, Geschlecht) pro Tag – die Hälf­te des­sen wird häu­fi­ger schon durch ein reich­hal­ti­ges Früh­stück erreicht.

Eigent­lich ganz ein­fach Ein Essens-Tage­buch kann zum Bei­spiel auch bewusst machen, was ein ein­zel­ner Scho­ko­rie­gel tat­säch­lich an süßen Kalo­ri­en ent­hal­ten: Soviel, dass ein kalo­ri­en­be­wuss­ter Sport­ler eine drei­vier­tel Stun­de auf dem Lauf­band ver­brin­gen muss, um die­se über­flüs­si­gen Kalo­ri­en wie­der „abzu­ar­bei­ten“. Brad Pili­on, ein ame­ri­ka­ni­scher Body­buil­der und Ernäh­rungs­ex­per­te, stellt in sei­nem aktu­el­len Buch fest: „Beim inter­mit­tie­ren­den Fas­ten geht es dar­um, den Gedan­ken­kreis zu durch­bre­chen, dass ein Mensch sehr wohl zeit­wei­lig das Essen unter­bre­chen kann“ [5]. Abnehm-Maß­nah­men durch Diä­ten füh­ren hin­ge­gen ins Abseits oder. wie Pili­on in einem Inter­view sagt, ins „unver­meid­li­che Schei­tern“. Diät­prak­ti­zie­ren­de den­ken näm­lich andau­ernd ans Essen oder müs­sen sich wegen der Diät­vor­schrif­ten (low fat, Atkins, Erd­beer­di­ät und so wei­ter) stän­dig damit aus­ein­an­der­setz­ten.

Des­halb schlägt Pili­on vor, „dem Ver­dau­ungs­ap­pa­rat ein­mal in der Woche eine ein­tä­gi­ge Pau­se zu gön­nen“ – und letzt­end­lich auch dem Kopf. Denn wer sich ent­schließt, 24 Stun­den nichts zu essen, kann mit ein wenig Übung, die Gedan­ken dar­an auch aus­schlie­ßen. So ent­de­cken auch die meis­ten Heil­fas­ter zual­ler­erst, wie viel Zeit ihnen plötz­lich zur Ver­fü­gung steht, weil nicht ein­ge­kauft, nichts vor­be­rei­tet, nichts geges­sen wer­den muss. Inter­mit­tie­ren­de Fas­ter wer­den die sel­be Erfah­rung machen: Ein­mal pro Woche eine 24stündige Essens­pau­se (erlaubt ist nur das Trin­ken von rei­nem Was­ser ohne jeg­li­che Zusät­ze) ist gut ver­träg­lich für Darm und Gehirn, für See­le und Geist, zur Gesund­heits­pfle­ge und für ein län­ge­res Leben.

siebenseitiger Würfel

Eigent­lich ist es ganz logisch, war­um Gesund­heits­wil­li­ge so wenig Pro­ble­me mit dem Inter­vall­fas­ten haben. Einer der erfah­rens­ten For­scher zu die­sem The­ma, Pro­fes­sor Dr. Mark Matt­son, Natio­nal Insti­tu­te on Aging in den USA fasst zusam­men: „Wenn ich am Tag vor dem Fas­ten­tag nor­mal geges­sen habe, hält sich mein Hun­ger am Vor­mit­tag des Fas­ten­ta­ges natür­lich in Gren­zen. Auf jeden Fall sind genü­gend Nähr­stof­fe im Kör­per, um den lie­ben lan­gen Fas­ten­tag ener­gie­mä­ßig bes­tens zu über­ste­hen. Wenn sich dann – spä­ter am Tag – der Appe­tit mel­det, ist er leicht zu besänf­ti­gen. Denn schließ­lich gibt es schon am nächs­ten Mor­gen wie­der etwas zu essen“. Genau dies ist der Grund, war­um Inter­vall-Fas­ten von vie­len Men­schen pro­blem­los als Teil ihres Lebens akzep­tiert wird. Hin­weis: Erfah­re­ne Inter­vall-Fas­ter berich­ten, dass sich anfäng­lich am Fas­ten­tag vor­han­de­nes Hun­ger­ge­fühl nach eini­gen Wochen, spä­tes­tens aber Mona­ten in Wohl­ge­fühl auf­löst. Und zwar im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes: Inter­vall-Fas­ter tau­schen ein kur­zes Unwohl­sein durch den „im Kopf durch erlern­te Gewohn­hei­ten ent­stan­de­nen Hun­ger“ durch ein ver­bes­ser­tes Lebens­ge­fühl oder eine erhöh­te kör­per­li­che und geis­ti­ge Leis­tung aus.

Noti­zen sinn­voll Genau­so wie ein „Essens-Tage­buch“ zu Beginn des Fas­tens sinn­voll ist, kann ein Tage­buch wäh­rend des inter­mit­tie­ren­den Fas­ten unter­stüt­zen. Am Ende eines Tages kann in Kurz­form zum Bei­spiel notiert wer­den:

  • Wie ist es mir heu­te ergan­gen? (Fiel es mir leich­ter oder schwe­rer – gefühl­te Ska­la von eins bis 10 ein­füh­ren)
  • Gab es etwas Beson­de­res? (Habe den gan­zen Tag an Erb­sen­sup­pe den­ken müs­sen …)
  • Gab es kör­per­li­che Sym­pto­me? (Kopf­schmer­zen, leich­tes Unwohl­sein – kön­nen Aus­druck von Ent­schla­ckungs­pro­zes­sen sein – nach ein zwei Malen hören sie meis­tens auf)
  • Hat sich der Schlaf deut­lich nach dem Fas­ten­tag deut­lich ver­än­dert?
  • Wie war der Appe­tit am nächs­ten Tag? Hat das Essen beson­ders gut geschmeckt, wel­ches Essen wur­de bevor­zugt, hat es beson­ders gut getan usw.
  • Jeder Mensch wird Eige­nes ent­de­cken und her­aus­fin­den, weil die Vor­lie­ben und Schwer­punk­te doch sehr unter­schied­lich sein kön­nen.

Das Tage­buch zum inter­mit­tie­ren­den Fas­ten wird nach meh­re­ren Mona­ten Auf­schluss dar­über geben, wel­che Erfah­run­gen Sie gemacht haben. Ins Buch gehö­ren auch klei­ne Expe­ri­men­te wie Umstel­lung auf Obst und Salat. Oder wenn „ordent­lich“ geges­sen wur­de – was dann mit Ihnen ins­ge­samt pas­siert ist. In der Natur­heil­kun­de heißt es: Immer mit dem Kör­per gehen! Nie­mals Kopf­ent­schei­dun­gen tref­fen wie zum Bei­spiel „Salat ist gut“. Wenn Sie kei­nen Salat mögen, las­sen Sie ihn lie­ber weg. Über den Appe­tit auf Fleisch oder Fisch kann sich unter ande­rem ein spe­zi­el­ler Nähr­stoff­be­darf aus­drü­cken – dies soll­te gehört und beach­tet, nicht aber über­gan­gen wer­den. Und: Wem das inter­mit­tie­ren­de Fas­ten nicht beson­ders gut gelingt, kann sich auch die Erlaub­nis geben, damit wie­der auf­zu­hö­ren! Viel­leicht sind dann spä­te­re Lebens­pha­sen bes­ser dazu geeig­net, es noch mal aus­zu­pro­bie­ren.

JSO-Bicomplexe zur Unterstützung des Intervall-Fastens

Schüßler-Kombipräparate: JSO-Bicomplexe

Der Ber­li­ner Arzt und Homöo­path Kon­rad Grams (1878-1947) kom­bi­nier­te Bio-Mine­ral­­sal­­ze nach Schüß­ler. Sein „Aus­schei­dungs­mit­tel“ (JSO-Bicom­­plex Num­mer 24, Phar­­ma­zen­­tral-Num­­mer 00545053, in jeder Apo­the­ke) bie­tet wert­vol­le Hil­fen beim Inter­mit­tie­ren­den Fas­ten. Es unter­stützt die­sel­ben Funk­tio­nen wie beim Abneh­men: Dabei wer­den neben dem Abbau des Fetts eine Rei­he kom­ple­xer zusätz­li­cher Stoff­wech­sel­ak­ti­vi­tä­ten in Gang gesetzt. Das Aus­schei­dungs­mit­tel akti­viert dabei den Stoff­wech­sel und hilft damit bei der Ent­gif­tung des Kör­pers. Es regt zum Bei­spiel nicht nur unser wich­tigs­te und größ­tes Aus­schei­dungs­or­gan – die Leber – an, um alle Abfall­pro­duk­te des Stoff­wech­sels bes­ser aus­schei­den zu kön­nen. Auch Gal­le und Nie­ren wer­den unter­stützt, um zum Bei­spiel über­schüs­si­ges Was­ser aus dem Gewe­be her­aus zu lösen und aus­zu­schei­den. Zudem för­dert es Rei­­ni­gungs- und Rege­ne­ra­ti­ons­pro­zes­se der Schleim­häu­te.

Dosie­rung Zu Beginn des inter­mit­tie­ren­den Fas­tens drei­mal täg­lich 1-2 Tablet­ten, am Tag vor und nach dem Fas­ten­tag sowie am Fas­ten­tag selbst. Bei „Stö­run­gen“ wie zum Bei­spiel Ver­stop­fung, ver­stärk­te Müdig­keit, all­ge­mei­ne Schlapp­heit, Lust­lo­sig­keit, Mund­ge­ruch oder quä­len­dem Hun­ger­ge­fühl kön­nen zur Akti­vie­rung der Ver­dau­ungs­tä­tig­keit und der Ent­gif­tung fünf­mal täg­lich 1-2 Tablet­ten ein­ge­nom­men wer­den.

Kur Gewoll­tes Abneh­men und dau­er­haf­ter Gewichts­er­halt kön­nen Mona­te oder sogar Jah­re dau­ern. Das Aus­schei­dungs­mit­tel kann auch bei län­ge­rer Gewichts­re­duk­ti­on zur Unter­stüt­zung immer wie­der ein­ge­nom­men wer­den. Am bes­ten kur­mä­ßig alle 2-3 Mona­te für etwa sechs Wochen.

Ein­nah­me-Tipps Wie bei allen bio­che­mi­schen Schüß­l­er­sal­zen oder homöo­pa­thi­schen Mit­teln las­sen Sie die Tablet­ten bit­te lang­sam im Mun­de zer­ge­hen. Also nicht lut­schen, nicht kau­en und nicht als Gan­zes her­un­ter­schlu­cken. So kann der Kör­per die Inhalts­stof­fe sofort über die Mund­schleim­haut auf­neh­men. Die Tablet­ten soll­ten direkt vor, nicht zu-sam­men mit und nicht nach dem Essen oder mit Geträn­ken ver­wen­det wer­den. All­ge­mei­ne Regel: Schüß­ler-Bicom­plex-Tablet­ten eini­ge Zeit vor Mahl­zei­ten ein­zu­neh­men – min­des­tens eine Stun­de vor­her.

Das Aus­schei­dungs­mit­tel ist ein Schüß­ler-Kom­bi­prä­pa­rat und fol­gen­der­ma­ßen zusam­men gesetzt

  • Fer­rum phos­pho­ri­cum D12
  • Kali­um chlora­tum D6
  • Natri­um phos­pho­ri­cum D6
  • Natri­um sul­fu­ri­cum D6

Fer­rum phos­pho­ri­cum (fer­rum = latei­nisch für Eisen) ist der wesent­li­che Mine­ral-Bau­stein für die Sauer­stoff­ver­sor­gung der Kör­per­zel­len. So ist das Mine­ral an sämt­li­chen Stoff­wech­sel­funk­tio­nen betei­ligt: Fer­rum phos­pho­ri­cum sorgt bei­spiels­wei­se für den Auf- und Abbau von Zel­len, Anlie­fe­rung von Nähr­stof­fen oder Abtrans­port von Abfall­pro­duk­ten der Zel­len. Das Nähr­salz ist lebens­not­wen­dig (essen­ti­ell) und wird in beson­de­ren Lebens­pha­sen zusätz­lich gebraucht. Bei­spie­le: Wäh­rend der Schwan­ger­schaft, für das gesun­de Wachs­tum eines Kin­des oder wäh­rend Krank­heits- und Erho­lungs­pha­sen. Eben­so wich­tig ist das Salz, wenn der Kör­per Belas­tun­gen aus­ge­setzt ist – wie bei beruf­li­chem oder geis­tig-see­li­schem Stress oder zur Unter­stüt­zung beim Inter­mit­tie­ren­dem Fas­ten.

Auch beim Inter­mit­tie­ren­dem Fas­ten wird der Kör­per extra gefor­dert: Der Kör­per kommt an einem oder zwei Tagen ohne Nah­rung aus, folg­lich stellt sich der Stoff­wech­sel um. Fer­rum phos­pho­ri­cum unter­stützt dabei die Stoff­wech­sel­vor­gän­ge, sorgt für einen rei­bungs­lo­sen Abtrans­port der Abfall­pro­duk­te oder von ent­ste­hen­den Gift­stof­fen. Inter­mit­tie­ren­de Fas­ter kön­nen das Mine­ral­salz genau­so wie pro­fes­sio­nel­le Sport­ler ver­wen­den: Näm­lich zur schnel­le­ren Rege­ne­ra­ti­on (Ent­ge­gen­wir­ken von Mus­kel­ka­ter, schnel­le­re Zell-Erneue­rung), zum opti­mier­ten Auf­bau von Mus­keln oder zur ver­bes­ser­ten Ver­sor­gung der Zel­len mit Sauer­stoff. Das Mine­ral unter­stützt auch die gestei­ger­ten „Ver­bren­nungs­vor­gän­ge“ (Wär­me-Erzeu­gung), die im Kör­per bei sport­li­chen Akti­vi­tä­ten in Gang gesetzt wer­den. Fer­rum phos­pho­ri­cum ver­hin­dert zudem Stoff­wech­sel-Blo­cka­den. Nicht nur auf kör­per­li­cher Ebe­ne, son­dern auch ganz­heit­lich. Das heißt, es unter­stützt den Pro­zess auch geis­tig-see­lisch: Die Bereit­schaft und das Durch­hal­te-Ver­mö­gen wer­den geför­dert. Auf see­li­scher Ebe­ne wird auf­kom­men­den Schwä­che­ge­füh­len oder Wider­stän­den ent­ge­gen­ge­wirkt.

Kali­um chlora­tum ist ein bedeu­ten­des Mine­ral für alle Drü­sen im Ver­dau­ungs­be­reich (Spei­chel­drü­sen, Magen, Zwölf­fin­ger­darm, Dünn­darm, Leber, Bauch­spei­chel­drü­se). Es wirkt sekre­ti­ons­an­re­gend und akti­viert auch den gesam­ten Zell­stoff­wech­sel. Das Mine­ral­salz ver­mag che­mi­sche Ver­bin­dun­gen, die den Stoff­wech­sel belas­ten kön­nen, zu bin­den. Es erleich­tert eben­so den Abtrans­port von Abfall­pro­duk­ten, die zum Bei­spiel beim Inter­mit­tie­ren­den Fas­ten ver­mehrt aus den abge­bau­ten Gewe­ben frei wer­den.

Natri­um phos­pho­ri­cum ist ein zen­tra­les Mine­ral für die Säu­re­regu­lie­rung, den Koh­len­hy­drat- und Fett­stoff­wech­sel. Ernäh­rung und Bewe­gung sind für einen gesun­den Stoff­wech­sel von gro­ßer Bedeu­tung. Wer­den einem Orga­nis­mus zu viel von bestimm­ten Lebens­mit­teln zuge­führt wie zum Bei­spiel hoch­raf­fi­nier­ter Zucker- hoch aus­ge­mah­le­ne Mehl­sor­ten (Weiß­meh­le), wird zur Ver­stoff­wech­se­lung mehr Natri­um phos­pho­ri­cum benö­tigt. Fehlt die­ses Mine­ral, dann ent­ste­hen Säu­ren. Ein stark über­säu­er­ter Kör­per bei­spiels­wei­se wird gebil­de­te Harn­säu­re­kris­tal­le nicht aus­schei­den kön­nen, son­dern bei­spiels­wei­se in Gelen­ken abla­gern. Auch über­be­an­spru­chen­der Sport kann uner­wünsch­te Fol­gen zei­gen: So wird über­mä­ßig Milch­säu­re in den Mus­keln gebil­det, was sich als schmerz­haf­ter Mus­kel­ka­ter zeigt. Die­ser ver­schwin­det nach ein paar Tagen – dann wenn die Milch­säu­re wie­der abge­baut ist. Ein­sei­ti­ge kör­per­li­che Belas­tung oder auch ein­sei­ti­ge Ernäh­rung kann zu einem Man­gel an Natri­um phos­pho­ri­cum füh­ren, dann nimmt die Säu­re­be­las­tung im Kör­per immer mehr zu. Mit von außen zuge­führ­tem Natri­um phos­pho­ri­cum wird der Orga­nis­mus bes­ser in die Lage ver­setzt, anfal­len­de Säu­ren zu regu­lie­ren, abzu­bau­en oder aus­zu­schei­den.

Abnehmen

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Heiß­hun­ger beim Inter­mit­tie­ren­den Fas­ten kann durch­aus ent­ste­hen: Es ist ein Zei­chen dafür, dass der Kör­per ver­mehrt Säu­re über den Stoff­wech­sel aus­schei­det. Was­ser trin­ken hilft. Auch kann die Säu­re­aus­schei­dung über die Haut ange­regt wer­den: Ange­mes­se­ne Bewe­gung (ent­spre­chend des Trai­nings-Zustan­des), Sau­na-Gän­ge, Kneipp­sche Wech­sel­du­schen und täg­li­che Bürs­ten­mas­sa­gen (ohne danach die Haut ein­zu­cre­men) hel­fen dabei. Inter­mit­tie­ren­de Fas­ter wer­den immer mehr dar­auf kom­men auf ihren Kör­per zu hören, nicht nur beim Essen, son­dern sich durch­aus einen Sau­na­gang zum Abschluss (wenn es bekommt!) gön­nen.

Natri­um sul­fu­ri­cum ist das gene­rel­le Mine­ral­salz für die Aus­schei­dung von Schad­stof­fen. Es ist sozu­sa­gen ein wich­ti­ger „Betriebs­stoff“ für die Leber („Ent­gif­tungs­sta­ti­on“). Das Mine­ral unter­stützt das zen­tra­le Organ des gesam­ten Stoff­wech­sels mit sei­nen viel­sei­ti­gen Auf­ga­ben: Bei­spiels­wei­se Spei­che­rung von Glu­ko­se und Vit­ami­nen, bedarfs­ge­rech­te Ver­tei­lung von Nähr­stof­fen ins Blut, Abbau und Aus­schei­dung von Stoff­wech­sel­pro­duk­ten, Gif­ten oder Medi­ka­men­ten. Das Mine­ral­salz unter­stützt die Leber beim Ent­schla­cken des Kör­pers („Ent­gif­ten“).

Das Intervall-Fasten

Das Inter­vall-Fas­ten
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Da beim Inter­mit­tie­ren­den Fas­ten zusätz­lich Stoff­wech­sel­pro­zes­se wie der gewünsch­te Abbau der Fett­ge­we­be in Gang gesetzt wer­den, hilft Natri­um sul­fu­ri­cum auch beson­ders der Leber bei ihren Auf­ga­ben. Um die Stoff­wech­sel­vor­gän­ge nicht zusätz­lich zu belas­ten, wäre ein Ver­zicht auf Niko­tin oder Alko­hol, fett­rei­che Mahl­zei­ten sinn­voll. Viel Was­ser trin­ken hilft. Auf see­li­scher und geis­ti­ger Ebe­ne hilft das Mine­ral sich von Unnö­ti­gem zu tren­nen: Dazu kön­nen (Ess-)-Gewohnheiten gehö­ren, belas­ten­de Ver­hal­tens­wei­sen oder alte Gedan­ken­mus­ter, die selbst als behin­dernd wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen. Das Inter­mit­tie­ren­de Fas­ten kann Lust auf mehr machen: Mit dem Aus­pro­bie­ren von neu­em Ess­ver­hal­ten wie dem Genuss von leich­te­ren schmack­haf­te­ren Lebens­mit­teln und neu­em Ver­hal­ten auch sich selbst und ande­ren gegen­über. Denn wer es schafft, einen oder zwei Tage ohne Essen aus­zu­kom­men – wird sich auch noch Ande­res zutrau­en.

Autorin
• Mari­on Kaden (MA), Ber­lin, 14. Mai 2013 (Heil​pflan​ze​.org)
Wei­te­re Infos
2013, Juli: Inter­vall-Fas­­ten für Gesund­heit und Kör­per­ge­wicht.
2013, Janu­ar: Der Traum vom Abneh­men wird Wirk­lich­keit!?
Quel­len
[1] Klem­pel MC, Kro­eger CM, Bhu­ta­ni S, Tre­panow­ski JF, Vara­dy KA: Inter­mit­tent fas­ting com­bi­ned with calo­rie restric­tion is effec­tive for weight loss and car­­dio-pro­­­tec­­ti­on in obe­se women. Nutr J. 2012 Nov 21;11:98.
[2] Aze­ve­do FR, Ikeo­ka D, Cara­mel­li B: Effec­ts of inter­mit­tent fas­ting on meta­bo­lism in men. Rev Assoc Med Bras. 2013 Mar-Apr;59(2):167-73.
[3] Faris MA, Kaci­mi S, Al-Kurd RA, Far­ar­jeh MA, Bus­tan­ji YK, Moham­mad MK, Salem ML: Inter­mit­tent fas­ting during Rama­dan atte­nua­tes pro­in­flammato­ry cyto­ki­nes and immu­ne cells in healt­hy sub­jec­ts. Nutr Res. 2012 Dec;32(12):947-55.
[4] Kata­re RG et al: Chro­nic inter­mit­tent fas­ting impro­ves the sur­vi­val fol­lo­wing lar­ge myo­car­di­al ischemia by activa­ti­on of BDNF/​​VEGF/​​PI3K signa­ling pathway. J Mol Cell Car­di­ol. 2009 Mar;46(3):405-12.
[5] Inter­view Brad Pili­on