Erkrankungen

Natürliche Hilfen bei chronischen oder häufigen krampfartigen Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen

Einleitung

Die umgangs­sprach­li­che Tren­nung von Kopf und Bauch ent­hält tie­fe Weis­hei­ten, die einer der moderns­ten For­schungs­zwei­ge über­haupt – die Neu­ro-Gas­tro­en­te­ro­lo­gie – erst lang­sam zu ent­schlüs­seln beginnt. Klar ist bis­lang: Die mehr als 100 Mil­lio­nen Ner­ven­zel­len bil­den eine Arzt Netz­strumpf ent­lang und um den Darm her­um. Das Bauch­hirn hat mehr Neu­ro­nen, als im gesam­ten Rücken­mark zu fin­den sind. Sei­ne ver­schie­de­nen Zell­ty­pen, sei­ne Boten­stof­fe und Rezep­to­ren sind die glei­chen wie im Kopf­hirn. Die Bezeich­nung „Hirn“ ist also gerecht­fer­tigt. Die Ziel­or­ga­ne sind vor allem die Mus­keln, die die Bewe­gung im gesam­ten Ver­dau­ungs­trakt steu­ern und so Durch­mi­schung, opti­ma­le Ver­dau­ung und Trans­port der Nah­rung garan­tie­ren. Dar­über hin­aus ist das Bauch­hirn aber auch eine flei­ßi­ge Che­mie­fa­brik, die min­des­tens 40 Ner­ven­bo­ten­stof­fe pro­du­ziert und mit deren Hil­fe eif­rig Auf­trä­ge an ande­re Orga­ne sen­det (Magen, Leber, Bauch­spei­chel­drü­se, usw.). Engs­te Ver­knüp­fun­gen bestehen schließ­lich auch mit dem gewal­ti­gen Immun­sys­tem des Bau­ches, das uns vor Erre­gern oder Gift­stof­fen schützt, die vom Darm aus in den Kör­per ein­drin­gen könn­ten.

Zen­tral­or­gan der Gefüh­le Und noch etwas: Kopf- und Bauch­hirn sind eng mit­ein­an­der ver­knüpft, gigan­ti­sche Infor­ma­ti­ons­men­gen wer­den stän­dig aus­ge­tauscht. Dies ist der Grund, war­um in der Psy­cho­lo­gie vom Bauch als dem „Zen­tral­or­gan der Gefüh­le“ gespro­chen wird: Schon zu Beginn des Lebens bil­det der Bauch eine Viel­zahl von Gefüh­len – sei es Hun­ger, sei es das Bedürf­nis nach Lie­be und Zuwen­dung, sei es der Stress, wenn sich die Eltern strei­ten. Selbst wenn dies nicht bewusst wird, fin­det das Bauch­füh­len auch spä­ter stän­dig statt und beein­flusst unser Leben stän­dig. „Auf den Bauch zu ach­ten“ bedeu­tet also, sich eige­ne Gefüh­le anzu­neh­men und – noch bes­ser – auch zu beach­ten.

Teu­fels­kreis chro­ni­sche Ver­kramp­fung Bei Stö­run­gen die­ses kom­ple­xen Sys­tems drü­cken sich die Bauch­or­ga­ne, das Bauch­hirn, oft recht unklar aus: Unwohl­ge­fühl im Bauch, Leib-Schmer­zen ver­schie­dens­ter Qua­li­tä­ten (zie­hend, ste­chend, dumpf-drü­ckend etc.), Appe­tit­lo­sig­keit, Übel­keit, Krämp­fe, Durch­fall, Ver­stop­fung. Doch anhal­ten­de Mus­kel­ver­kramp­fun­gen im Bauch­raum füh­ren zu einem Pro­blem, das die meis­ten Men­schen auch aus ande­ren Kör­per­re­gio­nen ken­nen, vor allem Rücken und Nacken: Die chro­ni­sche Ver­span­nung. Die­se beginnt zumeist aus einem ganz sin­ni­gen Grund, zum Bei­spiel als Schutz vor einer vor­über­ge­hend schmerz­haf­ten Bewe­gung (viel­leicht nach einer klei­nen Ver­let­zung). Doch dann ver­selb­stän­digt sich die­ser Schutz-Ver­span­nung. Trotz Weg­fall der Ursa­che bleibt die Mus­kel­span­nung hoch und wird selbst zum Quell von Schmer­zen. Wodurch sich ein Teu­fels­kreis ent­wi­ckelt: Um vor die­sen Schmer­zen zu schüt­zen, span­nen sich die Mus­keln wei­ter an … usw. Ein Arz­nei­mit­tel wie Buscopan, von dem Sie auf den nächs­ten Sei­ten noch mehr erfah­ren wer­den, hat hier eine drei­fa­che, heil­sa­me Funk­ti­on: Indem es die ange­spann­te Mus­keln im Bauch­raum ent­krampft,

  • kön­nen betrof­fe­ne Orga­ne wie­der nor­mal ihrer Tätig­keit nach­ge­hen (zum Bei­spiel kann so Ver­stop­fung ver­schwin­den),
  • wer­den krampf­be­ding­te Schmer­zen gelin­dert und
  • es kann der Teu­fels­kreis der chro­ni­schen Bauch­be­schwer­den unter­bro­chen wer­den.

Die Hilfe der Komplex-Biochemie

Das Haupt­mit­tel der Kom­­plex-Bio­­che­­mie bei allen Arten von Koli­ken oder Krämp­fen ist das Krampf­mit­tel (JSO Bicom­plex Nr. 5). Bei einer aku­ten Kolik oder krampf­ar­ti­gen Beschwer­den wäh­rend der Mens­trua­ti­on kön­nen alle zehn Minu­ten ein bis zwei Tablet­ten ein­ge­nom­men wer­den, bis die Beschwer­den nach­las­sen. Bei Darm­krämp­fen kann die Ein­nah­me abwech­selnd mit dem Darm­mit­tel (JSO Bicom­plex Nr. 3) kom­bi­niert wer­den (abwech­seln­de Ein­nah­me).

Patientenkarrieren: Warum „funktionelle Störungen“ oft ignoriert werden

An funk­tio­nel­len Ver­dau­ungs­be­schwer­den wie dem Reiz­darm­syn­drom lei­den in Deutsch­land etwa fünf Mil­lio­nen Men­schen. Doch die­se Pati­en­ten haben – neben ihren Beschwer­den – oft noch ein ganz ande­res Pro­blem: Ihre Erkran­kung wird von Ärz­ten igno­riert, sie wer­den nicht ernst genom­men, eine ange­mes­se­ne Dia­gnos­tik oder The­ra­pie fin­det oft nur ansatz­wei­se statt. Bis zur kor­rek­ten Dia­gno­se und The­ra­pie ihrer funk­tio­nel­len Stö­rung ver­ge­hen bis zu sie­ben Jah­re. Wäh­rend die­ser „Pati­en­ten­kar­rie­re“ wer­den vie­le Ärz­te auf­ge­sucht, vie­le unnö­ti­ge Unter­su­chun­gen durch­ge­führt und so man­che über­flüs­si­ge Behand­lung ein­ge­lei­tet.

Der Haupt­grund hier­für ist die über­mäch­ti­ge Rol­le der soge­nann­ten Kör­per­me­di­zin: Bei die­ser ste­hen nicht die Per­son eines erkrank­ten Men­schen und die Beschwer­den im Vor­der­grund, son­dern die kör­per­li­chen Befun­de und tech­ni­schen Unter­su­chungs­er­geb­nis­se eines Falls. Lei­den­de Pati­en­ten, die weder das eine noch das ande­re vor­wei­sen kön­nen, fal­len dann leicht aus dem Netz ange­mes­se­ner Gesund­heits-Ver­sor­gung. Ein wei­te­rer Grund ist die Befürch­tung vie­ler Betrof­fe­ner, dass eine nicht-orga­ni­sche Krank­heit wie das Reiz­darm­syn­drom Aus­druck einer see­lisch-geis­ti­gen Stö­rung sein könn­te (was nicht der Fall ist). Betrof­fe­ne Pati­en­ten soll­ten des­halb

  • „zu ihrer Stö­rung“ ste­hen, die eige­nen Beschwer­den sel­ber aner­ken­nen und die damit ver­bun­de­nen Beein­träch­ti­gun­gen auch dem Arzt deut­lich machen,
  • sich nicht ein­re­den las­sen, dass „eine Stö­rung ohne kör­per­li­che Befun­de nur ein­ge­bil­det“ sei,
  • aktiv an der Kran­k­heits-Bewäl­­ti­gung mit­ar­bei­ten, ange­mes­se­ne Behand­lung ein­for­dern und nicht pas­siv auf ärzt­li­che Hil­fe war­ten.

Was ist eigentlich eine funktionelle Erkrankung?

Nicht immer, wenn Men­schen von Schmer­zen, Herz­ra­sen, Durch­fall oder ande­ren Beschwer­den geplagt wer­den, fin­det die moder­ne Medi­zin mit ihrer High-Tech-Dia­gnos­tik etwas Auf­fäl­li­ges. Weder irgend­wel­che mög­li­chen Ursa­chen der Beschwer­den, wie viel­leicht eine Ver­let­zung oder eine Blu­tung. Noch irgend­ei­ne Ver­än­de­rung der kör­per­li­chen Struk­tur, bei­spiels­wei­se eine Nar­be oder eine Schwel­lung. In frü­he­ren Jahr­hun­der­ten neig­ten die Medi­zi­ner dann ger­ne zu Fest­stel­lun­gen wie „Pati­ent ist kör­per­lich völ­lig gesund“ oder „Pati­en­tin hat eine ein­ge­bil­de­te Krank­heit“.

Erst mit neu­en wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen im 20. Jahr­hun­dert wur­de deut­lich: Eine Krank­heit muss nicht kör­per­li­che Ver­än­de­run­gen als Ursa­chen oder orga­ni­sche Schä­den als Fol­gen auf­wei­sen, um als Erkran­kung akzep­tiert zu wer­den. Bahn­bre­chen­de Stu­di­en an der Uni­ver­si­tät Frei­burg unter Lei­tung von Prof. Dr. Thu­re von Uex­küll zeig­ten: Bei fast einem Drit­tel aller Pati­en­ten, die einen Arzt wegen ihrer Beschwer­den auf­su­chen, sind über­haupt kei­ne kör­per­li­che Ver­än­de­run­gen als Ursa­che oder Fol­ge der Erkran­kung nach­weis­bar. Erst ein völ­lig neu ent­stan­de­ner Wis­sen­schafts­zweig lie­fer­te dann ers­te Erklä­run­gen, war­um es so vie­le Kran­ke gibt, die kör­per­lich schein­bar völ­lig gesund sind und kei­ne orga­ni­schen Befun­de haben. Näm­lich vor allem die Psy­cho-Neu­ro-Immu­no­lo­gie – also die Wis­sen­schaft, die die Zusam­men­hän­ge von See­le, Ner­ven und Abwehr­sys­tem unter­such­te. Sie konn­te nach­wei­sen: Nicht nur mit blo­ßem Auge oder unter dem Mikro­skop, bei Blut­tests oder Rönt­gen­un­ter­su­chun­gen erkenn­ba­re Ver­än­de­run­gen oder Schä­den am Kör­per kön­nen an Krank­hei­ten und Leid schuld sein, son­dern auch Ver­än­de­run­gen der Funk­ti­on von ansons­ten gesun­den Orga­nen.

Bei­spiel: Eine völ­lig gesund erschei­nen­de Spei­se­röh­re kann, wenn ihre Ner­­ven-Steu­e­­rung nicht mehr rich­tig funk­tio­niert, einen Teil ihrer Selbst­rei­ni­gungs­funk­ti­on ver­lie­ren. Unan­ge­neh­me Fol­ge: Aus dem Magen bei jedem Men­schen mal zurück­flie­ßen­der sau­rer Spei­se­brei ätzt solan­ge, bis schmerz­haf­tes Sod­bren­nen ent­steht.

Aus moder­ner Sicht hat eine funk­tio­nel­le Erkran­kung fol­gen­de Eigen­schaf­ten:

  • Typi­sche Beschwer­de-Ver­tei­lung mit Organ­be­zug (in der Medi­zin „Syn­drom“ genannt), bei­spiels­wei­se Leib­krämp­fe sowie Durch­fall und Ver­stop­fung abwech­selnd (Reiz­darm-Syn­drom).
  • Mit Stan­dard-Unter­su­chungs­tech­ni­ken sind kei­ne kör­per­li­chen, orga­ni­schen Ver­än­de­run­gen nach­weis­bar. Zum Bei­spiel feh­len beim Reiz­darm-Syn­drom krank­haf­te, ent­zünd­li­che Schleim­haut-Ver­än­de­run­gen des Darms.
  • Eine geziel­te, sinn­vol­le Behand­lung ist wirk­sam. So wer­den natür­lich Schmerz­mit­tel bei chro­ni­schen Schmerz­krank­hei­ten ein­ge­setzt. Auch wenn die Ursa­che der Schmer­zen medi­zi­nisch nicht nach­weis­bar ist und die Krank­heit kei­ne erkenn­ba­ren kör­per­li­chen Schä­den bewirkt! Bei krampf­ar­ti­gen funk­tio­nel­len Bauch­be­schwer­den wie­der­um gehö­ren krampf­lö­sen­de Arz­nei­mit­tel wie Buscopan zur Stan­dard­the­ra­pie.
  • Mit zuneh­men­der wis­sen­schaft­li­cher Ana­ly­se der Funk­ti­ons­wei­se von Orga­nen und ihrer Steue­rung über Hor­mo­ne und Ner­ven wer­den auch mehr und mehr die kör­per­li­chen, orga­ni­schen Antei­le einer Krank­heit nach­weis­bar. Bei­spiel: Auf­wän­di­ge Unter­su­chun­gen der Spei­se­röh­ren-Mus­kel­ak­ti­vi­tät zei­gen heu­te, dass der Bewe­gungs­ab­lauf der Organ­mus­keln bei Sod­bren­nen oft gestört ist. Die­se vor weni­gen Jah­ren noch völ­lig unbe­kann­te Ein­sicht, ermög­licht neu­ar­ti­ge Behand­lun­gen.

Frage: Ist eine funktionelle Krankheit immer „psychisch“ bedingt?

Ant­wort: Nein, defi­ni­tiv nicht. Es ist zwar rich­tig, dass see­li­sche („psy­chi­sche“) Belas­tun­gen, bei­spiels­wei­se quä­len­der Dau­er­lärm oder beruf­li­cher Megast­ress, Krank­hei­ten wie Blut­hoch­druck ver­ur­sa­chen kön­nen. Zudem sind bei eini­gen psy­chi­schen Erkran­kun­gen wie zum Bei­spiel Depres­sio­nen funk­tio­nel­le Stö­run­gen häu­fi­ger als bei gesun­den Men­schen (die soge­nann­te „Ko-Mor­­bi­­di­­tät“). Doch bei den meis­ten funk­tio­nel­len Stö­run­gen lie­gen die Ursa­chen nicht in der Psy­che. Aber: See­li­sche Ein­flüs­se kön­nen eine vor­han­de­ne Krank­heit nach­tei­lig beein­flus­sen. Bei­spiel: Bei gestör­ter Bla­sen­funk­ti­on (Reiz­bla­se, oft mit ver­stärk­tem Harn­drang, Schmer­zen) kann über­be­las­ten­der Stress die Funk­ti­on des Abwehr­sys­tems schwä­chen. Mög­li­che Fol­ge ist – eher als bei Men­schen mit gesun­der Bla­se – eine aku­te Infek­ti­on des funk­ti­ons­ge­stör­ten Organs.

Ach­tung: Viel häu­fi­ger als ange­nom­men, füh­ren chro­ni­sche Erkran­kun­gen, auch funk­tio­nel­le Stö­run­gen, zu see­li­schen Ver­än­de­run­gen. Bei­spiel: Eine belas­ten­de und die Lebens­qua­li­tät mas­siv ein­schrän­ken­de, chro­ni­sche Schmerz­krank­heit geht bei­spiels­wei­se oft mit depres­si­ven Stim­mungs­än­de­run­gen als einer Fol­ge ein­her. Die see­li­schen Pro­ble­me sind also oft­mals Fol­ge und nicht Ursa­che funk­tio­nel­ler Stö­run­gen.

Krampfartige Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe – ein Millionenthema

Zie­hend, ste­chend, koli­kar­tig, drü­ckend, krampf­ar­tig, wel­len­ar­tig – so kön­nen nicht nur aku­te, son­dern auch anhal­ten­de bzw. oft wie­der­keh­ren­de Bauch­schmer­zen sein. Immer aber sind sie unan­ge­nehm. Meist steckt eine eher harm­lo­se Erkran­kung dahin­ter, manch­mal aber auch etwas Schlim­me­res. Zum Bei­spiel ein Geschwür im Zwölf­fin­ger­darm (Ulcus duo­de­ni), eine Ent­zün­dung der Bauch­spei­chel­drü­se (Pan­krea­ti­tis), ein Blind­darm­ent­zün­dung (Appen­di­zi­tis) oder eine chro­nisch ent­zünd­li­che Darm­er­kran­kung (Mor­bus Crohn, Coli­tis ulce­ro­sa). Bei chro­ni­schen Bauch­schmer­zen gleich wel­cher Ursa­che soll­te des­halb immer nach den Ursa­chen gefahn­det wer­den, und zwar vom Arzt. Hin­weis: Die Stär­ke von Schmer­zen oder Krämp­fen ist nicht unbe­dingt ein Anzei­chen für die Schwe­re einer Erkran­kung. Auch nur leich­te Schmer­zen, leich­te Ver­kramp­fun­gen oder ande­re Bauch­be­schwer­den soll­ten des­halb immer abge­klärt wer­den.

Verdauungs-Apparat: Häufigste Beschwerdequelle

Etwa 30 Ton­nen Nah­rung (etwa 1 gro­ßer LKW-Sat­­tel­zug voll) und 50.000 Liter Flüs­sig­keit neh­men wir im Lau­fe unse­res Lebens durch­schnitt­lich zu uns. Da gerät unse­re Ver­dau­ung schon manch­mal durch­ein­an­der, beson­ders wenn der Kör­per noch ande­re Auf­ga­ben gleich­zei­tig zu erle­di­gen hat (bei­spiels­wei­se kör­per­li­che Arbeit, inten­si­ver Sport, Stress). Und dies geschieht recht oft. So oft, dass die Beschwer­den des Ver­dau­ungs­trak­tes die am häu­figs­ten über­haupt geklag­ten sind: Sod­bren­nen (38 Mio., das häu­figs­te Sym­ptom ins­ge­samt), Reiz­ma­gen (18 Mio.), Reiz­darm (27,5 Mio.) oder Blä­hun­gen (31 Mio.).

Ursachen häufiger Bauchschmerzen und -Krämpfe

Die fol­gen­den Hin­wei­se sol­len Ihnen hel­fen, sich bei chro­ni­schen (län­ger als 3-4 Wochen) oder häu­fi­gen Bauch­schmer­zen und -Krämp­fen (häu­fi­ger als 1x wöchent­lich wäh­rend der letz­ten 4 Wochen) zu ori­en­tie­ren (Erwach­se­ne):

Begin­nen Sie hier 01

01 Wo spü­ren Sie die Schmer­zen haupt­säch­lich?
• unter­halb der Gür­tel­li­nie 02
• ober­halb der Gür­tel­li­nie 03

02 Tre­ten die Schmer­zen in Ver­bin­dung mit Durch­fäl­len und/​oder Ver­stop­fung auf?
• ja, mit Durch­fall und/​oder Ver­stop­fung 04
• auch im Zusam­men­hang mit bestimm­ten Lebens­mit­teln 22
• kei­ne Ver­än­de­rung der Darm­tä­tig­keit 05

03 Wel­che Art von Schmer­zen spü­ren Sie?
• bren­nen­de Schmer­zen im Brust­be­reich beim Vor­beu­gen oder Hin­le­gen 06
• Schmerz lässt mit Magen­säu­re-Bin­dern (Anta­zi­da) nach 06
• Schmer­zen oben rechts im Bauch, die in den Rücken aus­strah­len kön­nen 07
• kei­ne davon 08

04 Mög­li­che Ursa­chen
Viel­leicht haben Sie eine chro­ni­sche Darm­er­kran­kung, ein Reiz­darm-Syn­drom oder eine Darm­in­fek­ti­on. Sie könn­ten jedoch auch an einem Darm­tu­mor erkrankt sein, was durch einen Arzt unbe­dingt aus­ge­schlos­sen wer­den soll­te. [A, bei Reiz­darm auch krampf­lö­sen­de Mit­tel]

06 Mög­li­che Ursa­chen
Ein Reiz­ma­gen oder Rück­fluss von Magen­flüs­sig­keit in die Spei­se­röh­re (Sod­bren­nen) kann die­se Art von Schmer­zen im Bereich des Ober­bauchs ver­ur­sa­chen. [A]

07 Mög­li­che Ursa­che
Viel­leicht haben Sie Gal­len­stei­ne. [A]

08 Trifft einer der fol­gen­den Punk­te zu?
• Sie haben wenig Appe­tit 09
• Sie haben wäh­rend der letz­ten 10 Wochen mehr als 4 kg abge­nom­men 09
• kei­ner davon 10

09 Mög­li­che Ursa­chen
Ihre Sym­pto­me kön­nen die Fol­ge eines Magen­ge­schwürs, oder – viel sel­te­ner – von Magen­krebs sein. [A]

05 Trifft einer der fol­gen­den Punk­te auf Sie zu?
• Sie haben wäh­rend der letz­ten 10 Wochen mehr als 4kg abge­nom­men 11
• Sie haben Blut im Stuhl fest­ge­stellt 11
• kei­ner davon 12

11 Mög­li­che Ursa­chen
Häu­fig auf­tre­ten­de Bauch­schmer­zen in Ver­bin­dung mit Gewichts­ab­nah­me oder Blut im Stuhl kön­nen die Fol­ge eines chro­ni­schen Darm­lei­dens sein, wie zum Bei­spiel Diver­ti­ku­lo­se, oder einer ande­ren chro­ni­schen Darm­er­kran­kung. Aller­dings könn­ten Sie auch an einem Darm­tu­mor erkrankt sein, was aus­ge­schlos­sen wer­den muss. [A]

10 Neh­men Sie der­zeit ver­schrie­be­ne oder rezept­freie Medi­ka­men­te ein?
• ja 13
• nein 14

21 Sind Sie eine Frau oder ein Mann?
• eine Frau 15
• ein Mann 10

15 Ver­stär­ken sich Bauch­schmer­zen und -Krämp­fe beson­ders vor der Regel?
• ja 16
• nein 17

16 Mög­li­che Ursa­che
Hor­mo­nel­le Ver­än­de­rung im Mens­trua­ti­ons­zy­klus kön­nen auch bei ansons­ten gesun­den Frau­en krampf­ar­ti­ge oder zie­hen­de Bauch­schmer­zen vor der Regel ver­ur­sa­chen. [krampf­lö­sen­de Mit­tel, A]

17 Mög­li­che Ursa­chen
Zahl­rei­che Erkran­kun­gen der weib­li­chen Unter­leibs-Orga­ne, zum Bei­spiel Infek­tio­nen, Ver­wach­sun­gen nach Ope­ra­tio­nen oder Ver­let­zun­gen füh­ren zu chro­ni­schen Dau­er-Schmer­zen. [A]

13 Mög­li­che Ursa­che
Ihre Sym­pto­me könn­ten die Neben­wir­kung eines Medi­ka­men­tes sein. [rezept­freie Mit­tel abset­zen, ver­ord­ne­te Medi­ka­men­te wei­ter­neh­men, sofern Ihnen Ihr Arzt nicht davon abrät, A]

12 Haben Sie eines der fol­gen­den Sym­pto­me?
• Schwel­lun­gen in der Leis­ten­ge­gend 18
• Beschwer­den in der Leis­ten­ge­gend, die sich zum Bei­spiel beim Hus­ten ver­schlim­mern 18
• kei­nes davon 19

18 Mög­li­che Ursa­che
Der­ar­ti­ge Sym­pto­me las­sen einen Leis­ten­bruch oder ähn­li­ches (Her­nie) ver­mu­ten. [A]

19 Haben sie eines der fol­gen­den Sym­pto­me?
• Blut im Urin 20
• Schmer­zen beim Was­ser­las­sen 20
• häu­fi­ges Was­ser­las­sen (Drang­ge­fühl) 20
• kei­nes davon 21

20 Mög­li­che Ursa­chen
Eine Harn­wegs­in­fek­ti­on wie zum Bei­spiel eine Bla­sen-Ent­zün­dung, oder eine Nie­ren­be­cken-Ent­zün­dung. Aller­dings könn­ten Sie auch an einem Bla­sen­tu­mor, oder an Nie­ren­krebs lei­den, was zwar wenig wahr­schein­lich ist, aber vom Arzt aus­ge­schlos­sen wer­den soll­te. [A, inner­halb 24 Stun­den auf­su­chen]

22 Tre­ten Ihre Beschwer­den beim Ver­zehr bestimm­ter Lebens­mit­tel ver­stärkt auf?
• ja 22
• nein 04

23 Mög­li­che Ursa­che
Bauch­schmer­zen, auch krampf­ar­tig oder mit Durch­fall auf­tre­tend, wer­den oft durch eine Lebens­mit­tel-Unver­träg­lich­keit aus­ge­löst. [Aus­lö­ser suchen und ver­mei­den, „Eli­mi­na­ti­ons­di­ät“, A]

14 Mög­li­che Ursa­chen
Auf so kur­zem Raum kön­nen nur sehr häu­fi­ge Ursa­chen für anhal­ten­de Bauch­schmer­zen und -Krämp­fe auf­ge­führt wer­den. Ande­re mög­li­che Ursa­chen müs­sen auf der Grund­la­ge einer ein­ge­hen­den Unter­su­chung und Dia­gno­se­stel­lung durch einen Arzt fest­ge­stellt wer­den. [A]

Legen­de
[Maß­nah­me]: [A] = „Ver­ein­ba­ren Sie einen Ter­min beim Arzt“.

Entspannungsübungen für den Alltag
Wege zur inneren Gelassenheit

Belas­ten­der Dau­er­stress ist eine bedeu­ten­de Ursa­che von inne­rer Ver­kramp­fung, Bauch­schmer­zen oder ande­ren Beschwer­den bei Funk­ti­ons­stö­run­gen im Bauch­be­reich. Die fol­gen­den Übun­gen tra­gen neben Arz­nei­mit­teln zur ent­span­nen­den Krampf­lö­sung wirk­sam zum Stress-Abbau bei:

Ent­span­nungs-Ver­fah­ren. Wich­tig sind das Auto­ge­ne Trai­ning, pro­gres­si­ve Mus­kel-Ent­span­nung nach Jacob­son oder Yoga. Kur­se bie­ten bei­spiels­wei­se Volks­hoch­schu­len, Kran­ken­kas­sen, Ärz­te oder Psy­cho­lo­gen an.

Atem-Übun­gen. Vie­le Men­schen atmen zu flach und benut­zen kaum die soge­nann­te tie­fe Bauch- oder Zwerch­fell-Atmung. Täg­lich bewuss­te tie­fe Zwerch­fell-Atmung hat aber hei­len­de Wir­kun­gen: Nicht nur, weil dadurch die Mus­keln im Ver­dau­ungs­sys­tem „mas­siert“ und ange­regt wer­den (wie auch durch regel­mä­ßi­gen Sport!). Son­dern auch, weil das Son­nen­ge­flecht (lat. „Ple­xus sola­ris“), eine zen­tra­le Ner­ven-Schalt­stel­le knapp unter­halb des Brust­beins, kräf­tig sti­mu­liert wird. Und damit Funk­ti­ons­stö­run­gen von Magen oder Darm aktiv bekämpft. Legen Sie sich hier­zu am bes­ten zwei­mal täg­lich für fünf Minu­ten hin. Mit einer Hand auf dem Bauch ver­su­chen Sie nun bewusst „in den Bauch“ zu atmen und mit der Hand die Bewe­gung Ihres Bau­ches zu spü­ren. Wich­tig: Bei Bauch-Atmung dehnt sich der Bauch bei Ein­at­mung, nicht aber der Brust­korb. Bei der Aus­at­mung wird der Bauch wie­der flach. Schal­ten Sie ruhig zwi­schen­durch kurz auf Brust­korb-Atmung um, damit Sie den Unter­schied mer­ken. Nach 1-2 Wochen Übung kön­nen Sie dann auch im Sit­zen oder Ste­hen „bauch­at­men“. Las­sen Sie es sich zur Ange­wohn­heit wer­den, wenigs­tens fünf­mal täg­lich für 2-3 Minu­ten bewusst in den Bauch zu atmen. All­mäh­lich wird Ihr Kör­per es dann ganz von allei­ne tun. Die­se Atem­tech­nik har­mo­ni­siert die Mus­keln im Bauch­raum und trägt zu deren Ent­span­nung und Ent­kramp­fung bei.

Pila­tes. Die­se sanf­te Mischung aus Yoga und Gym­nas­tik wird bei den Sport­an­ge­bo­ten von Volks­hoch­schu­len oder Fit­ness-Stu­di­os immer belieb­ter. Grund: Das Trai­ning ist nicht nur beson­ders gelenk­scho­nend und für all jene geeig­net, die sport­lich und fit blei­ben möch­ten, son­dern auch für Men­schen, die Rücken­pro­ble­me haben. Gleich­zei­tig ver­bes­sert das von Josef Pila­tes ent­wi­ckel­te Ver­fah­ren – im Zusam­men­spiel von Atmung und Bewe­gun­gen – schon nach weni­gen Stun­den das Kör­per­ge­fühl. Durch die Kon­zen­tra­ti­on auf den Atem fal­len Abschal­ten und Ent­span­nen immer leich­ter und leich­ter. Als Fol­ge der har­mo­nisch flie­ßen­den Bewe­gungs­ab­läu­fe kön­nen sich auch Anspan­nun­gen und Krämp­fe im Bauch­raum lösen.

Kör­per-Übun­gen. Die ein­fachs­te Übung, um die Bauch­or­ga­ne von außen zu akti­vie­ren, ist: Drei Minu­ten lang­sa­mes und genüss­li­ches Stre­cken, Deh­nen und Gäh­nen, wie Sie es zum Bei­spiel von Kat­zen her ken­nen (am bes­ten vier­mal täg­lich). Mit asia­ti­schen Tech­ni­ken wie der 5-Tie­re-Übung (ler­nen Sie bei­spiels­wei­se in einem Qi-Gong-Kurs in Ihrem Sport­ver­ein oder ande­ren Ein­rich­tun­gen der Erwach­se­nen­bil­dung) bewir­ken Sie eine ent­span­nen­de Har­mo­ni­sie­rung des Ver­dau­ungs­sys­tems.

Medi­ta­ti­on. Inner­lich ganz zur Ruhe kom­men, sich auf den Lauf des eige­nen Atems kon­zen­trie­ren, all­mäh­lich stres­si­ge Gedan­ken abschal­ten – das ist Medi­ta­ti­on (ein­mal täg­lich für etwa 20 Minu­ten). Das muss nicht im Lotus­sitz pas­sie­ren, auch ein Stuhl oder Ses­sel ist gut. Tipp: Stö­ren lau­te Geräu­sche, hel­fen preis­wer­te Ohr­stöp­sel dabei, den Lärm und damit einen Aus­lö­ser von Stress wirk­sam abzu­schal­ten.

Musik. Schon 15 Minu­ten täg­lich ent­span­nen­de klas­si­sche Musik zu hören, ver­rin­gert die Stress­be­las­tung eines Men­schen (nie­mals aber beim Auto­fah­ren!). Noch ange­neh­mer wird es mit einem äthe­ri­schen Duft­öl, beson­ders aus ent­span­nend wir­ken­dem Laven­del.

Stress (engl. Druck, Belas­tung, Span­nung). Als Stress wird ein beson­de­rer Reak­ti­ons­zu­stand bezeich­net, wie er bei Über­be­an­spru­chung auf­tre­ten kann. Bei­spiels­wei­se durch ver­mehr­te Mus­kel­ar­beit, Wär­me, Käl­te oder durch irgend­wel­che Rei­ze und Schä­di­gun­gen, wie Ver­let­zun­gen, Ver­bren­nun­gen, Blut­ver­lus­te, Infek­tio­nen, Strah­len­ein­wir­kun­gen, Schocks sowie see­li­sche Belas­tun­gen (Ärger, Freu­de, Leis­tungs­druck und ande­res). Die Gesamt­heit der Reak­tio­nen bei lang andau­ern­den oder häu­fi­gen Stress­si­tua­tio­nen ist die soge­nann­te Anpas­sungs­re­ak­ti­on (Adap­tati­ons­syn­drom). Der Kör­per reagiert unter ande­rem mit einer ver­mehr­ten Frei­set­zung von Signal­sub­stan­zen wie Adre­na­lin oder Glu­cocor­ti­coiden („Kor­ti­son“). Als Fol­ge der gestei­ger­ten Glu­cocor­ti­coid­pro­duk­ti­on ver­grö­ßert sich die Neben­nie­ren­rin­de (der Haupt­bil­dungs­ort die­ser Signal­stof­fe). Die gestei­ger­te Hor­mon­frei­set­zung ent­spricht einer – bei aku­tem Stress sinn­vol­len – Not­fall­re­ak­ti­on des Kör­pers und führt zu einer Mobi­li­sie­rung von Leis­tungs­re­ser­ven (zum Bei­spiel Blu­t­­druck-Stei­ge­­rung). Nach anfäng­lich gestei­ger­ter Leis­tungs­fä­hig­keit ent­wi­ckelt sich spä­ter ein Erschöp­fungs­zu­stand. Typi­sche Sym­pto­me des Erschöp­fungs­sta­di­ums sind Schlaf­stö­run­gen, Kreis­lauf­pro­ble­me und Leis­tungs­min­de­rung.

Reizdarmsyndrom – Nur eine erfundene Krankheit?

Im Spie­gel vom 11. August 2003 wur­den das Reiz­darm­syn­drom (RDS) und ande­re funk­tio­nel­le Stö­run­gen als „erfun­de­ne Krank­hei­ten“ bezeich­net. Ein Argu­ment: RDS „geht mit einer Fül­le von Sym­pto­men ein­her, die jeder schon ein­mal gespürt hat und die vie­le als nor­ma­les Rumo­ren im Darm anse­hen: Schmer­zen, Durch­fall und Blä­hun­gen“. Erst durch ver­füg­ba­re Medi­ka­men­te wer­de eine sol­che Stö­rung dann zur „rich­ti­gen“ Krank­heit. Dass die­se Argu­men­ta­ti­on für vie­le Betrof­fe­ne ver­let­zend wirk­te, ist klar. Nicht zuletzt, weil der in medi­zi­ni­schen The­men wenig erfah­re­ne Spie­gel-Autor die Schwe­re der Beschwer­den und das Leid vie­ler Pati­en­ten mit funk­tio­nel­len Stö­run­gen igno­rier­te. Wird sei­ne „schlüs­si­ge“ Argu­men­ta­ti­on auf ande­re Krank­hei­ten über­tra­gen, wird die Unhalt­bar­keit sei­ner Milch­mäd­chen­rech­nung deut­lich. Bei­spiel: Erst seit­dem Medi­ka­men­te gegen Kopf­schmer­zen zur Ver­fü­gung ste­hen (Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re, Par­acet­amol) wur­den aus funk­tio­nel­len Stö­run­gen wie Migrä­ne, Span­­nungs- oder Clus­ter­kopf­schmerz – wenn man der Spie­gel-Argu­­men­­ta­­ti­on folgt – „rich­ti­ge“ Krank­hei­ten. Das ist natür­lich Quatsch, da Kopf­schmer­zen schon immer eines der häu­figs­ten Krank­heits­bil­der der Mensch­heit waren – ob mit oder ohne Medi­ka­men­te.

Heilpflanzen

Die Wur­zeln der Pflan­zen-Heil­kun­de rei­chen bis zu den Anfän­gen der Mensch­heit zurück. Die­ser natür­li­che Schatz an Heil­pflan­zen wur­de immer aus­führ­lich genutzt. Mil­lio­nen Erwach­se­nen in Deutsch­land ver­wen­den auch heu­te noch Natur­heil­mit­tel, über 70% wür­den es ger­ne tun. Vie­len Men­schen ist nicht klar, dass ein Groß­teil der heu­te ver­wen­de­ten Arz­nei­mit­tel zu etwa 90% aus dem gro­ßen Gar­ten der Natur kommt. So stam­men bei­spiels­wei­se wich­ti­ge Medi­ka­men­te zur Behand­lung von Herz­krank­hei­ten – näm­lich Inhalts­stof­fe des Fin­ger­hu­tes (Digi­ta­lis pur­pu­rea) – aus dem Erfah­rungs­gut von eng­li­schen Lai­en­be­hand­lern. Auch die Anti­bio­ti­ka stam­men aus dem Medi­ka­men­ten-Schatz der Natur. Ein welt­weit bedeu­ten­des Schmerz­mit­tel, die Ace­tyl-Sali­cyl­säu­re (Abk. ASS), ist ein schmerz­lin­dern­der und anti-ent­zünd­li­cher Inhalts­stoff in der Wei­den­rin­de.

Von den etwa 850.000 bekann­ten Pflan­zen­ar­ten wer­den bis­her nur etwa vier Pro­zent medi­zi­nisch von der Volks- und Natur­heil­kun­de in aller Welt genutzt. Noch weni­ger sind von der moder­nen natur­wis­sen­schaft­li­chen Arz­neithe­ra­pie inte­griert wor­den. Es bie­ten sich also unge­ahn­te Mög­lich­kei­ten für die Ent­de­ckung neu­er Heil­pflan­zen und neu­er natür­li­cher Wirk­stof­fe. Hier­an wird welt­weit gear­bei­tet. Nicht zuletzt, weil moder­ne Tech­no­lo­gi­en die Suche nach neu­en Wirk­stof­fen in der Natur erheb­lich beschleu­nigt haben. Aus Sicht von Heil­pflan­zen­ex­per­ten ist aber vor­ran­gig, die Jahr­hun­der­te alten Erfah­run­gen mit Heil­pflan­zen wis­sen­schaft­lich auf­zu­ar­bei­ten, damit sie – auch heu­te – wei­ter für die Gesund­erhal­tung und Hei­lung von Men­schen ein­ge­setzt wer­den kön­nen und das alte Wis­sen nicht ver­lo­ren geht.

Fragen und Antworten zu krampfartigen Bauchbeschwerden

Schmerzen und Blähungen durch Vollkost?

Ich (52) esse für mein Leben ger­ne Vol­l­­­korn-Pro­­­duk­­te und Roh­kost. Ich fra­ge mich, ob mei­ne häu­fi­gen krampf­ar­ti­gen Unter­leibs­schmer­zen und chro­ni­schen Blä­hun­gen viel­leicht damit zu tun haben (mei­ne Frau­en­ärz­tin konn­te nichts fin­den)?

Ros­wi­tha T., Dres­den

Das ist gut mög­lich: Bal­last­stoff­rei­che Voll­korn-Pro­duk­te oder Roh­kost wer­den in Magen und Dünn­darm unvoll­stän­di­ger zer­legt und auf­ge­nom­men als her­kömm­li­che Kost. Fol­ge: Viel Bal­last­stof­fe und unver­dau­te Nah­rungs­tei­le errei­chen den Dick­darm. Und damit unse­re für unse­re Gesund­heit so wich­ti­gen Dick­darm-Bak­te­ri­en. Vie­le hier­von pro­du­zie­ren Gas (=blä­hen­de Darm­win­de). Dies ist nicht ganz unge­fähr­lich: Krampf­ar­tig drü­cken­de Leib­schmer­zen und sogar gele­gent­li­che Stö­run­gen des Herz­rhyth­mus (wegen räum­li­cher Nähe von Herz und lin­ker obe­rer Dick­darm­schlei­fe) sind mög­lich. Tipp: Kau­en Sie län­ger und ver­rin­gern Sie den Bal­last­stoff­an­teil Ihrer Nah­rung. Hin­weis: Hin­ter ernäh­rungs­ab­hän­gi­gem, krampf­ar­ti­gem Bauch­weh ver­steckt sich hun­dert­tau­send­fach eine Unver­träg­lich­keit von Milch­zu­cker (Lak­to­se-Into­le­ranz). Weit­ge­hen­der Ver­zicht auf Lak­to­se besei­tigt zumeist alle Beschwer­den.

Unterleibsschmerzen: Heusack zur Entkrampfung

Immer wie­der mal habe ich (29) leicht zie­hen­de, krampf­ar­ti­ge Unter­leibs­schmer­zen. Mein Frau­en­arzt konn­te trotz meh­re­rer Unter­su­chun­gen nichts fin­den. Eine Freun­din hat mir jetzt einen Heu­sack emp­foh­len. Wie wen­de ich den eigent­lich an und darf ich gleich­zei­tig ein ent­kramp­fen­des Medi­ka­ment ein­neh­men?

Sarah B., Mün­chen

Dämp­fen Sie den Heu­sack (zum Bei­spiel aus der Apo­the­ke) ange­feuch­tet in einem Koch­topf. Etwa eine Stun­den lang, damit die Gras­hal­me etwas weich wer­den. Er darf aber nicht im Was­ser lie­gen! Anschlie­ßend neh­men Sie den hei­ßen Heu­sack her­aus, und las­sen ihn kurz an der Luft abküh­len. Sobald er ange­nehm erträg­lich abge­kühlt ist, legen Sie ihn auf den Unter­leib und decken ihn mit einem Tuch ab, damit kei­ne küh­le Luft ein­drin­gen kann. Der Heu­sack bleibt lie­gen, bis nach etwa 1/​2 bis 1 Stun­de die Wär­me nach­lässt. Hin­weis: Die ent­kramp­fen­de Wir­kung des Heu­sacks ist wegen der äthe­ri­schen Öle der Grä­ser zumeist bes­ser als die einer Wärm­fla­sche. Die kom­bi­nier­te Anwen­dung zusam­men mit krampf­lö­sen­den Medi­ka­men­ten wie Buscopan ist pro­blem­los mög­lich und ver­bes­sert oft­mals die Wir­kung noch wei­ter.

Bei krampfartigem Unterleibsschmerz immer auch an Reizdarm denken

Wegen häu­fi­ger Unter­leibs­schmer­zen (oft zusam­men mit Blä­hun­gen) bin ich (40) schon oft beim Frau­en­arzt gewe­sen – nie wur­de etwas gefun­den. Was kann ich denn noch tun?

Anne­ke D., Ber­lin

Chro­ni­sche Unter­leibs­schmer­zen kön­nen zahl­rei­che ande­re Ursa­chen haben als Erkran­kun­gen von Eier­stö­cken, Eilei­tern, Gebär­mut­ter oder Schei­de. Sehr häu­fig ist zum Bei­spiel eine Reiz­darm-Erkran­kung (Schmer­zen, Blä­hun­gen, Ver­stop­fung und Durch­fall wech­selnd) – sie kommt etwa bei einer von drei Frau­en mit chro­ni­schen Unter­leibs­schmer­zen vor. Auch vom unte­ren Rücken aus­strah­len­de Schmer­zen, zum Bei­spiel chro­ni­scher Mus­kel­hartspann mit Ner­ven­schä­di­gun­gen, kön­nen ver­ant­wort­lich sein. Wich­tig ist jetzt, dass Sie auch ein­mal Ihren Haus­arzt befra­gen, und die­ser Sie dann – je nach Not­wen­dig­keit – zu ande­ren Fach­ärz­ten zur wei­te­ren Unter­su­chung über­weist.

Wie funktioniert ein Sitzbad?

Mein Haus­arzt hat mir wegen mei­ner krampf­ar­ti­gen Unter­leibs­pro­ble­me vor der Regel ein täg­li­ches war­mes Sitz­bad ver­ord­net, wei­te­re Anga­ben habe ich (40) aber nicht. Wie funk­tio­niert das denn nun?

Hel­ga O., Bre­men

Ent­span­nen­de Sitz­bä­der kön­nen in spe­zi­el­len Sitz­ba­de­wan­nen durch­ge­führt wer­den, aber auch in nor­ma­len Bade­wan­nen. Die Wan­ne wird soweit mit Was­ser gefüllt, das es bis zur Höhe der Nie­ren reicht. Die Ober­schen­kel soll­ten etwa bis zur Mit­te bedeckt sein. Die Füße ste­hen außer­halb auf einem klei­nen Sche­mel (Sitz­ba­de­wan­ne) oder lie­gen auf dem Rand (Bade­wan­ne). Die Tem­pe­ra­tur soll­te 38-39 ºC betra­gen, das Bad höchs­tens 15 Minu­ten dau­ern. Der Ober­kör­per ist unbe­klei­det, aber in eine Woll­de­cke gehüllt. Am Ende des Bades kurz kühl abdu­schen, gut abtrock­nen, dann 30-60 Minu­ten im Bett ruhen. Ach­tung: Wegen der Kreis­lauf­be­las­tung soll­ten Frau­en mit Herz-Kreis­lauf-Pro­ble­men kein Sitz­bad zu Hau­se durch­füh­ren! War­me Sitz­bä­der haben nicht nur eine ange­nehm ent­kramp­fen­de und wär­men­de Wir­kung, son­dern kräf­ti­gen gleich­zei­tig die Mus­keln des Becken­bo­dens.

Hilfe zur Selbsthilfe: Heilpflanzen für die ganzheitliche Therapie

So wie ein kran­ker Mensch nicht allei­ne aus sei­nen Beschwer­den besteht, soll­te eine ganz­heit­li­che Behand­lung auf ver­schie­de­nen Füßen bestehen. Nur so ist eine moder­ne Medi­zin der gan­zen Per­son mög­lich. Der Ein­satz von Heil­pflan­zen-Tees ist dabei eine groß­ar­ti­ge, jahr­tau­sen­de­lang bewähr­te Metho­de, funk­tio­nel­len Beschwer­den im Bauch­raum vor­beu­gend, behan­delnd oder The­ra­pie ergän­zend zu begeg­nen.

• Bauchbeschwerden mit Blähungen und starker Darmgasentwicklung

Die Tee­mi­schung besteht aus glei­chen Tei­len (zum Bei­spiel jeweils 25 Gramm) Küm­mel­früch­te (ange­sto­ßen), Fen­chel­früch­te (ange­sto­ßen), Pfef­fer­minz­blät­tern und Kamil­len­blü­ten. Zube­rei­tung: 1-2 Tee­löf­fel die­ser Mischung wer­den mit einer Tas­se sie­den­dem Was­ser (etwa 150 ml) über­gos­sen. Dann etwa 10 Minu­ten bedeckt zie­hen las­sen und schließ­lich durch ein Tee­sieb absei­hen. Soweit nicht anders ver­ord­net, mehr­mals täg­lich 1 Tas­se frisch zube­rei­te­ten Tee warm und schluck­wei­se trin­ken. Hin­wei­se: Tee­auf­güs­se mit Fen­chel­früch­ten soll­ten nicht über meh­re­re Wochen und nicht in sehr gro­ßen Men­gen getrun­ken wer­den. Pati­en­ten mit Gal­len­stein­lei­den dür­fen fen­chel­hal­ti­ge Tees nur nach Rück­spra­che mit dem Arzt ver­wen­den.

• Krampfartige Magen-Darmbeschwerden

Die­se Mischung besteht zu glei­chen Tei­len (zum Bei­spiel jeweils 25 Gramm) aus Melis­sen­blät­tern, Tau­send­gül­den­kraut, Pome­ran­zen­scha­le und Bal­dri­an­wur­zel. Zube­rei­tung: 1 Tee­löf­fel der Tee­mi­schung wird mit sie­den­dem Was­ser (ca. 150 ml, eine gro­ße Tas­se voll) über­gos­sen, bedeckt etwa 10 Minu­ten zie­hen gelas­sen und dann durch ein Tee­sieb gege­ben. Soweit nicht anders ver­ord­net, 2- bis 3-mal täg­lich 1 Tas­se nach dem Essen trin­ken. Nicht süßen. Hin­wei­se: Bei bit­ter­stoff­emp­find­li­chen Men­schen kön­nen Kopf­schmer­zen oder Magen­be­schwer­den (Über­säue­rung) auf­tre­ten. Beson­ders bei hell­häu­ti­gen Pati­en­ten kann die Haut licht­emp­find­li­cher wer­den. Der Tee soll­te bei Magen- oder Darm­ge­schwü­ren nicht ver­wen­det wer­den.

• Krampfartige Unterleibs-Schmerzen während und zwischen den Regelblutungen

Die­se bewähr­te Tee­mi­schung besteht aus Kamil­len­blü­ten (20g), Schaf­gar­ben­kraut (20g), Bal­dri­an­wur­zel (10g), Johan­nis­kraut (10g), Melis­sen­blät­ter (10g), Fen­chel­früch­te (ange­sto­ßen, 10g), Sen­nes­blät­ter (5g) und Faul­baum­rin­de (5g). Zube­rei­tung: 2 Tee­löf­fel der Mischung mit 1/​4 Liter kochen­den Was­ser über­gie­ßen und 10 Minu­ten zie­hen las­sen. Nach dem Absei­hen schluck­wei­se sehr warm trin­ken. Soweit nicht anders ver­ord­net, 2-mal täg­lich 2 Tas­sen Tee über einen Zeit­raum von 4-6 Wochen trin­ken, am bes­ten mit Honig gesüßt. Hin­wei­se: Nicht ver­wen­den bei Über­emp­find­lich­keit gegen Korb­blüt­ler oder Fen­chel­all­er­gie. Bei hell­häu­ti­gen Men­schen sind Licht­über­emp­find­lich­keits­re­ak­tio­nen mög­lich.

• Verstopfung, krampflösende Wirkung

Die Ein­nah­me pflanz­li­cher Füll- und Quell­mit­tel bei Ver­stop­fung, wie bei­spiels­wei­se Wei­zen­kleie, Lein­sa­men oder Floh­sa­men, füh­ren zwar zumeist zur gewünsch­ten Wir­kung. Aller­dings regen sie die Bak­te­ri­en des Dick­darms wie alle Bal­last­stof­fe zu ver­stärk­ter Akti­vi­tät an. Fol­ge sind dann ver­mehr­te Darm­win­de. Alter­na­tiv wirk­sam ist die­se Schwei­zer Tee­mi­schung: Holun­der­blü­ten (10g), Anis­früch­te (ange­sto­ßen, 15g), Fen­chel­früch­te (15g), Sen­nes­scho­ten (50g), Süß­holz­wur­zel (10g) und Bil­sen­kraut­blät­ter (10g). Zube­rei­tung: 2-3 Gramm der Mischung mit kochen­dem Was­ser über­gie­ßen, bedeckt etwa 10 Minu­ten zie­hen las­sen, dann absei­hen. Soweit nicht anders ver­ord­net 1-2-mal täg­lich jeweils 1 Tas­se trin­ken. Hin­wei­se: Ohne ärzt­li­che Anwei­sung nicht län­ger als 1-2 Wochen anwen­den. Es muss sicher­ge­stellt sein, dass kei­ne aku­ten oder chro­ni­schen Erkran­kun­gen der inne­ren Orga­ne vor­lie­gen (ein­schließ­lich Lun­gen und Herz). In Ein­zel­fäl­len kann der Tee eine soge­nann­te „para­do­xe“ Wir­kung haben, also sel­ber Leib­krämp­fe aus­lö­sen.

• Durchfall

Bei aku­tem Durch­fall ohne orga­nisch erkenn­ba­re Ursa­chen kann eine Tee­mi­schung aus getrock­ne­ten Hei­del­bee­ren (ange­sto­ßen, 40g), Melis­sen­blät­tern (20g) und Kamil­len­blü­ten (20g) hilf­reich sein. Zube­rei­tung: Von der Mischung 2 Tee­löf­fel mit etwa 250 ml kal­tem Was­ser über­gie­ßen und bedeckt zum Sie­den erhit­zen. Dann 10 Minu­ten zie­hen las­sen und absei­hen. Sofern nicht anders ver­ord­net, 2-3-mal täg­lich eine Tas­se trin­ken. Hin­weis: Grund­sätz­lich ist bei län­ger anhal­ten­den Durch­fäl­len auf eine aus­rei­chen­de Flüs­sig­keits­ver­sor­gung zu ach­ten.

Hinweise

Vie­le Heil­pflan­zen sind äußerst wirk­sam. Des­we­gen sind eini­ge Grund­re­geln zu beach­ten:

  1. Damit die medi­zi­na­le Wir­kung garan­tiert ist, soll­ten Heil­pflan­zen und Mischun­gen nur in Apo­the­ken oder bei spe­zi­ell qua­li­fi­zier­ten Händ­lern gekauft wer­den.
  2. Wie ande­re Medi­ka­men­te haben auch Heil­pflan­zen nicht nur die gewünsch­ten heil­sa­men Wir­kun­gen, son­dern manch­mal auch Neben­wir­kun­gen oder Wech­sel­wir­kun­gen mit ande­ren Prä­pa­ra­ten. Immer soll­te des­halb der Apo­the­ker oder der behan­deln­de Arzt von der Ver­wen­dung von Medi­ka­men­te und Heil­pflan­zen infor­miert wer­den.
  3. Wie bei allen Medi­ka­men­ten soll­ten Schwan­ge­re und Kin­der nur nach Rück­spra­che mit einem Arzt Heil­pflan­zen­tees ver­wen­den.
  4. Zum Ansto­ßen von Heil­pflan­zen­früch­ten zum Bei­spiel von Küm­mel oder Fen­chel reicht ein ein­fa­cher Küchen­mör­ser aus. Das Ansto­ßen ist nötig, damit die äthe­ri­schen Öle im hei­ßen Was­ser frei wer­den.

Haben Sie ein Reizdarm-Syndrom?

Wenn Sie unter fol­gen­den, andau­ern­den oder wie­der­hol­ten Beschwer­den über min­des­tens drei Mona­te lei­den, ist die Wahr­schein­lich­keit eines Rei­z­darm-Syn­­droms (Abkür­zung RDS) groß:

  • (krampf­ar­ti­ge) Bauch­schmer­zen oder Unbe­ha­gen im Zusam­men­hang mit Stuhl­ent­lee­rung oder ver­bun­den mit Ver­än­de­run­gen von Stuhl­fre­quenz oder Stuhl­kon­sis­tenz und
  • min­des­tens drei der fol­gen­den Kri­te­ri­en eines unre­gel­mä­ßi­gen Stuhl­ver­hal­tens über min­des­tens ein Vier­tel der Zeit:
    • ver­än­der­te Stuhl­fre­quenz (deut­lich häu­fi­ge­rer oder sel­te­ner Stuhl­gang als frü­her),
    • ver­än­der­te Stuhl­kon­sis­tenz (har­ter oder weich-wäs­­se­­ri­ger Stuhl),
    • abwech­selnd Ver­stop­fung und Durch­fall
    • ver­än­der­te Stuhl­pas­sa­ge (anstren­gend oder plötz­li­cher Drang, Gefühl der unvoll­stän­di­gen Ent­lee­rung),
    • Schleim­ab­gang oder
    • Blä­hun­gen oder Völ­le­ge­fühl.

Haben Sie ein prämenstruelles Syndrom?

Wenn Sie regel­mä­ßig unter meh­re­ren der fol­gen­den, zumeist weni­ge Tage nach der Zyklus­mit­te und mit Beginn der Regel­blu­tung wie­der auf­hö­ren­den Beschwer­den lei­den, ist die Wahr­schein­lich­keit eines prä­men­stru­el­les Syn­droms (Abk. PMS) groß:

  • Ner­vo­si­tät, inne­re Unru­he
  • stark wech­sel­haf­te Stim­mun­gen, depres­si­ve Ver­stim­mung
  • schmerz­haf­te Span­nun­gen und Schwel­lun­gen der Brüs­te
  • Völ­le­ge­fühl, Ver­dau­ungs­be­schwer­den, oft krampf­ar­ti­ge Unter­leibs­schmer­zen
  • Kopf- und Rücken­schmer­zen
  • Haut­ver­än­de­run­gen
  • Hit­ze­wal­lun­gen
  • Gewichts­zu­nah­me durch Flüs­sig­keits­ein­la­ge­rung, Gelenk­schwel­lun­gen

Ernährung beim Reizdarm-Syndrom

Mil­lio­nen Men­schen lei­den bei uns an einem Reiz­darm-Syn­drom (Abk. RDS). Die­se Funk­ti­ons­stö­rung wird zwar nicht durch Ernäh­rungs­feh­ler oder Man­gel­er­näh­rung ver­ur­sacht. Da aber die Reak­ti­ons­wei­se des Darms oft stark ver­än­dert ist, bei­spiels­wei­se Blä­hun­gen leicht unan­ge­neh­me Krämp­fe aus­lö­sen, soll­te eine ange­mes­se­ne, indi­vi­du­ell aus­ge­rich­te­te Ernäh­rung zum per­sön­li­chen Behand­lungs­kon­zept bei RDS gehö­ren. Je nach Haupt-Beschwer­de wer­den vier RDS-Typen unter­schie­den: Durch­fall (Typ I), Ver­stop­fung (Typ II), Blä­hun­gen und Schmer­zen (Typ III) und Bläh­sucht und Gas­bil­dung (Typ IV). Im Fol­gen­den fin­den Sie Ernäh­rungs­hin­wei­se für jeden die­ser vier Typen.

• Durchfall (Typ I)

Mit Durch­fall ver­sucht der Kör­per – bio­lo­gisch betrach­tet – schäd­li­ches im Darm so rasch wie mög­lich los­zu­wer­den. Eine häu­fi­ge Ursa­che sind Lebens­mit­tel-Unver­träg­lich­kei­ten, wie zum Bei­spiel Unver­träg­lich­keit gegen Milch­zu­cker (Lak­to­se-Into­le­ranz) oder Getrei­de-Bestand­tei­le (Zölia­kie). Aber auch ganz nor­ma­le Lebens­mit­tel kön­nen an quä­len­dem Durch­fall, oft auch mit Krämp­fen und Blä­hun­gen, schuld sein. Des­halb: Ver­su­chen Sie sel­ber durch eine soge­nann­te Aus­schluss-Diät her­aus­zu­be­kom­men, wel­ches Lebens­mit­tel ver­ant­wort­lich ist (= Lebens­mit­tel 2-3 Wochen lang aus der Ernäh­rung ver­ban­nen, in einem Ernäh­rungs-Tage­buch alles pro­to­kol­lie­ren). Fin­den Sie das schul­di­ge Lebens­mit­tel, ver­mei­den Sie es ein­fach in Zukunft kon­se­quent. Wich­tig: Bei chro­ni­schem Durch­fall müs­sen Sie dar­auf ach­ten, dass es zu kei­nem Was­ser- oder Nähr­stoff­man­gel kommt. Viel trin­ken ist des­halb die wich­tigs­te Maß­nah­me. Zudem soll­te die Nah­rung beson­ders ener­gie-, vit­amin-, und mine­ral­stoff­reich sein. Sehr ener­gie­hal­ti­ge Lebens­mit­tel stam­men vor allem aus der Grup­pe der Fet­te. Leicht-ver­dau­li­che Nah­rungs­mit­tel wie­der­um stel­len benö­tig­te Ener­gie rasch zur Ver­fü­gung. Tipp: Vor­über­ge­hend kann die Ein­nah­me hoch­wer­ti­ger Vit­amin- und Mine­ral­stoff­prä­pa­ra­te hilf­reich sein.

• Verstopfung (Typ II)

Ver­zich­ten Sie auf „stop­fen­de“ Lebens­mit­tel. Hier­zu gehö­ren Kakao, Bana­nen, Hei­del­bee­ren oder schwar­zer Tee. Anstatt des­sen ver­mehrt Bal­last­stoff­rei­ches essen: Voll­korn­brot, rohe Möh­ren, grü­ner Salat, Äpfel, Dörr­pflau­men. Zudem gilt: Trin­ken Sie viel (1-2,5 Liter pro Tag), 1-2 Glä­ser But­ter­milch täg­lich haben leicht abfüh­ren­de Wir­kung. Tipp: Ver­ges­sen Sie nicht, dass mil­de Bauch-Mas­sa­gen und regel­mä­ßi­ger Aus­dau­er­sport (zum Bei­spiel 2-4-mal pro Woche für 30-60 Minu­ten Jog­gen) eben­falls eine nach­hal­ti­ge Anti-Ver­stop­fungs­wir­kung haben.

• Blähungen und Schmerzen (Typ III)

Wie bei chro­ni­schen Durch­fäl­len las­sen sich bei krampf­ar­ti­gen Blä­hun­gen oder Schmer­zen oft Lebens­mit­tel-Unver­träg­lich­kei­ten fin­den (sie­he oben, „Durch­fall“). Wer­den die indi­vi­du­ell unver­träg­li­chen Nah­rungs­mit­tel oder auch Zube­rei­tungs­wei­sen (zum Bei­spiel Gril­len) kon­se­quent ver­mie­den, bes­sern sich die Beschwer­den oft­mals. Zum The­ma Bal­last­stof­fe sie­he unten, „Bläh­sucht und Gas­bil­dung“. Grund­sätz­lich ist auch Vor­sicht gebo­ten bei: Hoch­er­hitz­tem Fett, schar­fen Gewür­zen, gezu­cker­ten Spei­sen und Geträn­ken, Süß­wa­ren, kal­ter Milch, koh­len­säu­re­hal­ti­gen Geträn­ken, Boh­nen­kaf­fee oder alko­ho­li­schen Geträn­ke. Hilf­reich sind blä­hungs­wid­ri­ge und ent­span­nen­de Tees (Anis, Küm­mel, Fen­chel), die es als aro­ma­dicht ver­pack­te Ein­zel­tees in jeder Apo­the­ke gibt.

• Blähsucht und Gasbildung (Typ IV)

Darm­ga­se wer­den von Mikro­or­ga­nis­men im Dick­darm erzeugt, vor allem Bak­te­ri­en. Die­se für uns lebens­not­wen­di­ge „Darm­flo­ra“ wird beson­ders von Nähr­stof­fen „gefüt­tert“, die wir nicht oder nur teil­wei­se ver­dau­en. Lei­den Sie beson­ders unter Blä­hun­gen, ver­su­chen Sie des­halb den Anteil von unver­dau­li­chen Bal­last­stof­fen in der Nah­rung zu ver­rin­gern (beson­ders in Kom­bi­na­ti­on mit zucker­hal­ti­ger Nah­rung). Ver­mei­den Sie zudem beson­ders blä­hungs­för­dern­de Lebens­mit­tel, wie zum Bei­spiel Boh­nen, Lin­sen, Erb­sen, Erd­nüs­se oder Soja­boh­nen. Schrän­ken Sie auch den Kon­sum von Kohl­sor­ten (zum Bei­spiel Sauer­kraut), Zwie­beln und ande­ren sehr schwer ver­dau­li­chen Lebens­mit­teln ein.

Ernährung beim Prämenstruellen Syndrom

Jede vier­te Frau lei­det wäh­rend der Tage vor den Tagen regel­mä­ßig unter kör­per­li­chen und see­li­schen Beschwer­den (zum Bei­spiel Brust­span­nen, Unter­leibs­krämp­fe oder see­li­sche Ver­stim­mun­gen) – dem prä­men­stru­el­len Syn­drom (Abk. PMS). Bei ansons­ten gesun­den Frau­en kann eine Ernäh­rungs­um­stel­lung oft­mals Krämp­fe und ande­re Beschwer­den ver­rin­gern oder sogar ganz zum Ver­schwin­den brin­gen.

Je nach­dem, wel­che Beschwer­de-Art im Vor­der­grund steht, unter­schei­den sich die nöti­gen Ernäh­rungs-Maß­nah­men. Typ A lei­det beson­ders unter Was­ser­ein­la­ge­rung (Ödem) und deren Fol­gen (Brust-Span­nen, -Schmer­zen, Unter­leibs­krämp­fe, Blä­hungs­ge­fühl, Bläh­bauch, dicke Füße). Bei Typ B domi­nie­ren die see­li­schen Ver­än­de­run­gen (Stim­mungs­schwan­kun­gen, Gereizt­heit, Aggres­si­vi­tät, depres­si­ve Ver­stim­mung).

Typ A-Ernäh­rung Wegen der tief­grei­fen­den Hor­mon-Umstel­lun­gen vor der Regel lagern vie­le Frau­en mehr Was­ser als sonst ein (=Gewichts­zu­nah­me). Ver­mei­den Sie es, aus die­sem Grun­de weni­ger zu trin­ken (Gefahr: ver­schlech­ter­te Ent­gif­tung) oder nicht-ver­ord­ne­te Ent­wäs­se­rungs-Tablet­ten zu neh­men (Gefahr: Mine­ral­stoff-Man­gel)! Anstel­le des­sen soll­ten Sie vor der Regel beson­ders viel trin­ken. So kön­nen die Nie­ren „getäuscht“ wer­den, sodass sie sogar ver­mehrt Was­ser aus­schei­den. Rat­sam sind 2-3 Liter Was­ser, Kräu­ter- und Früch­te­tee pro Tag. Gut ist auch Brenn­nes­sel­tee (1-2 Tas­sen pro Tag), weil er die Was­ser-Aus­schei­dung sanft anregt. Wich­tig: Kei­ne stark gesal­ze­nen Lebens­mit­tel (Fer­tig­nah­rung, ein­ge­leg­te Fische, Chips), Kaf­fee oder Schwarz­tee, da sie Öde­me för­dern!

Typ B-Ernäh­rung Die Zunah­me des weib­li­chen Geschlechts­hor­mons Pro­ges­te­ron vor der Regel erhöht den Ener­gie-Ver­brauch des Kör­pers. Vie­le Frau­en lei­den dann an Heiß­hun­ger-Atta­cken. So kön­nen Sie jetzt dar­auf reagie­ren:

  • Ver­rin­gern Sie den Nah­rungs-Fett­an­teil um 15%. Und erset­zen ihn durch stär­ke­rei­che Lebens­mit­tel (Obst, Nudeln, Reis, Müs­li, Voll­korn­brot). Dies bes­sert leich­te PMS-Beschwer­den oft­mals deut­lich.
  • Neh­men Sie statt stark Gezu­cker­tem (Kuchen, Süßig­kei­ten) Lebens­mit­tel, bei denen die Zucker-Auf­nah­me län­ger dau­ert (Rosi­nen, Dat­teln, Fei­gen). Dies hemmt Heiß­hun­ger-Atta­cken.
  • Essen Sie weni­ger tie­ri­sche (gesät­tig­te) Fet­te (But­ter, Pom­mes, Fleisch) und mehr pflanz­li­che (unge­sät­tig­te) Fet­te und Öle (z.B. Oli­ven-, Dis­tel-Öl, Fisch). Dies ist auch gut gegen Unter­leibs­krämp­fe vor der Regel.

Hel­fen Ihnen die fol­gen­den Ernäh­rungs-Tipps, soll­ten Sie die Lebens­mit­tel (in übli­cher Men­ge, jeweils 2-4x pro Woche) ver­wen­den.

Gefühls­schwan­kun­gen, Angst, Beklem­mun­gen kön­nen mit Magne­si­um-Man­gel zusam­men­hän­gen. Ergän­zen Sie Ihr Essen mit magne­si­um­rei­chen Lebens­mit­teln (Wei­zen­kleie, Soja­pro­duk­te, Hir­se, Son­nen­blu­men­ker­ne, Lein­sa­men).

Krämp­fe oder Kopf­schmer­zen vor der Regel wer­den bei man­chen Frau­en durch kal­zi­um­rei­che Lebens­mit­tel (Milch, Käse, Milch­pro­duk­te, Boh­nen, Kohl) gelin­dert.

Ver­än­der­te Blu­tung (ver­län­gert, unre­gel­mä­ßig, Schmier­blu­tung) gesun­der Frau­en kommt manch­mal durch Östro­gen-Man­gel. Lebens­mit­tel mit pflanz­li­chen Östro­ge­nen (Tofu, Soja-Spros­sen, -Flo­cken, Lein­sa­men) kön­nen das ‚Hor­mon­kleid‘ und damit die Blu­tun­gen nor­ma­li­sie­ren.

Autor
• Rai­ner H. Buben­zer, Gesund­heits­be­ra­ter, Bicom​ple​xe​.Heil​pflan​zen​-Welt​.de. Ber­lin, Mai 2011.