Störche, Geburtenrate, Homöopathie, Verschwörungstheorie

StorchJe mehr Störche es gibt, desto mehr (ambulante) Geburten werden registriert, konnten schon vor Jahrzehnten zwei international beachtete Studien aus Deutschland „belegen“ [1]. Selbst positiv gestimmte Storchenfreunde werden erkennen, dass hier die Leserschaft mit einer „Scheinkorrelation“ aufs Feinste unterhalten wurde.

Solche Scheinkorrelationen werden in der Wissenschaft überwiegend verwendet, um die Öffentlichkeit mit ideologischen oder Propaganda-Inhalten zu indoktrinieren oder zu manipulieren – immer unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit. Besonders lächerlich in diesem Zusammenhang war 2018 der Versuch Mainzer Soziologen, Menschen, die sich positiv für Homöopathie und andere Komplementärverfahren der Medizin aussprechen, eine tiefsitzende Verschwörungsmentalität anzudichten [2].

Dabei ist eher das Gegenteil der Fall! Selbst ein ausgewiesener Gegner der Homöopathie, der zwangsemeritierte Alternativmedizin-Dauerkritiker Edzard Ernst, gibt zu: „Wenn Skeptiker die Homöopathie kritisieren, liegen sie oftmals völlig daneben“ [3].

Dass jedoch mit Steuergeldern gut bezahlte Wissenschaftler in Mainz, unter Hintanstellung aller grundlegenden Regeln der Wissenschaftlichkeit, rund ein Viertel der Bevölkerung zu Angehörigen von Verschwörungstheorien erklären, ist schon ein Unding. Ein Blick in die aktuelle „Fach“-Literatur hätte übrigens die Erkenntnis gebracht, dass bei zahlreichen der erwähnten Methoden hohe Evidenzgrade bei der Wirksamkeit belegt sind. Was kürzlich sogar die früher hyperkritische Amerikanische Krebsgesellschaft ASCO zur Akzeptanz einer ersten Leitlinie zu Integrativer Onkologie geführt hat [4]. Nur nebenbei, lieber Herr Ernst: Vielleicht lesen Sie die Leitlinie einfach mal – das könnte im familiären Kontext vielleicht von eminenter Bedeutung sein …

Autor
Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de, Berlin, 2. Februar 2019.
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Quellen
[1] Höfer T, Przyrembel H, Verleger S: New evidence for the theory of the stork. Paediatr Perinat Epidemiol. 2004 Jan;18(1):88-92 (Kurzfassung: PMID).
[2] Lamberty P, Imhoff R: Powerful pharma and its marginalized alternatives? Effects of individual differences in conspiracy mentality on attitudes toward medical approaches. Social Psychology. 2018;49(5):255-70 (Kurzfassung: DOI).
[3] Ernst E: When sceptics (or skeptics) criticise homeopathy, they are often wrong. https://edzardernst.com, 10. Dezember 2016 (Blog-Beitrag).
[4] Greenlee H, DuPont-Reyes MJ, Balneaves LG, Carlson LE, Cohen MR, Deng G, Johnson JA, Mumber M, Seely D, Zick SM, Boyce LM, Tripathy D: Clinical practice guidelines on the evidence-based use of integrative therapies during and after breast cancer treatment. CA Cancer J Clin. 2017 May 6;67(3):194-232 (Kurzfassungen: DOI | PMID).
• Edzard Ernst: Homöopathie – die Fakten [unverdünnt]. Springer, Berlin/Heidelberg, 2018 (bei Amazon kaufen).
Kritik an der Biochemie nach Schüßler?

Homöopathie-Skepsis durch einen Satiriker

MeerkatzenEin als „Satiriker“ titulierter „religionskritischer Aktivist“ scheint für das neue Skeptiker-Jugendmagazin „Dubito“ qualifiziert zu sein, einen Verriss der Homöopathie zu verfassen. Der für Jugendliche gedachte Text bietet lediglich die üblichen, hier und dort zusammen geklauten Plattheiten der herkömmlichen Homöopathie-Kritiker.

Welchen Zugang zu intelligenten Einwänden „gegen“ die Homöopathie sollte der junge Autor denn auch haben – außer Dauer-Wiederholung gefakter Beiträge anderer Autor*innen? Es ist immer wieder spannend, wie sich angebliche „Kritiker“ als die letztlich wahrhaft überzeugten Anhänger merkwürdigster Verschwörungstheorien outen (die von „Dubito“ gleich mit durch den Kakao gezogen werden).

Deutsches Ärzteblatt

Ich nehme nur mal eine Aussage des Autors, der zufolge „viele Menschen eine irrationale Skepsis gegen die Schulmedizin hegen“. Das Deutsche Ärzteblatt (!) berichtete über US-Studien, nach denen medizinische Behandlungsfehler die dritthäufigste Todesursache in den USA sind.

Unsere Skepsis ist „irrational“??? Vielleicht sollten Jugendmagazin und Autor bei dem Magazintitel an den Urheber von „Dubito ergo sum“ – „Ich zweifle, also bin ich“ – denken. René Descartes (1596-1650) bezeichnet den Zweifel nämlich als Beweis für die Denkfähigkeit des Menschen. Angesichts des Blödsinns, den manche Autoren verzapfen, ist daran klar zu zweifeln.

Autor
Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de, Berlin, 28. Januar 2019
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Quellen
• „Dubito
Deutsches Ärzteblatt

Pluralismus in der Medizin

So unversöhnlich und von egoistischen Interessen gesteuert die politische Auseinandersetzung derzeit oft ist, so unversöhnlich und hasserfüllt ist auch die gesellschaftliche Diskussion um die „Richtigkeit“ von Medizinschulen: „Schulmedizin“ gegen „Homöopathie“ ist ein aktuelles Beispiel.

Dass die „Behauptung der Unwirksamkeit der Homöopathie im Hinblick auf die publizierte wissenschaftliche Evidenz nicht zutrifft und insofern als Ausdruck von Ignoranz oder vorsätzlicher Falschaussagen gedeutet werden muss“, wurde im vergangenen Jahr vom Dialogforum Pluralismus in der Medizin (DPM) und einigen ärztlichen Fachgesellschaften erneut festgestellt.

Das, im Herbst 2000 unter Mitwirkung des damaligen Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe (1940-2011), ins Leben gerufene „Dialogforum Pluralismus in der Medizin“ setzt sich für einen fruchtbaren Austausch zwischen Schul- und Komplementärmedizin ein. Dieses hohe Ideal eines breiten Pluralismus muss deutschen MedizinerInnen intensiv in Erinnerung gerufen werden.

Nicht zuletzt da sich viele deutsche ÄrztInnen immer mehr von der weltweiten Innovations-Dynamik der modernen Medizin abkoppeln. Und einen ähnlichen Abstieg wie die Apothekerschaft hinlegen: Anstatt freiheitlich und selbstbestimmt im Interesse der PatientInnen zu arbeiten, werden auf dem Hochpreismarkt Deutschland nur noch quasi industriell erbrachte Dienstleistungen und Produkte verkauft, hochautomatisiert, computergesteuert, nutzlos, überteuert.

In anderen Ländern der Welt, zum Beispiel in den USA, ist Pluralismus in der Medizin gelebter Alltag. Dort sind Schulmedizin und wesentliche Teile der Komplementärmedizin bereits eng zusammengewachsen (Beispiel Integrative Onkologie, die an allen führenden US-Krebskliniken zum Versorgungsalltag gehört, Beispiel).

Wenn man die oft medienwirksame Beiträge von Skeptikern der Komplementär- und Alternativmedizin betrachtet, schließt sich der Kreis: Angesichts der realen Probleme unserer Gesundheitsversorgung sind diese Beiträge kaum mehr als eine billige Rechtfertigung der schulmedizinisch entgleisten Kommerzialisierung unserer Gesundheitsindustrie. Notfalls sind eben immer die anderen schuld.

In der Bergpredigt heißt es übrigens schon vor 2000 Jahren:

„Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!“

Autor
• Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de, Berlin, 20. Januar 2019.
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Weitere Infos hier
Bevölkerung unbeeindruckt von Hass-Kampagnen gegen die Homöopathie
Die wissenschaftlichen Grundlagen der Komplex-Biochemie

Bevölkerung unbeeindruckt von Hass-Kampagnen gegen die Homöopathie

Skeptiker-Hirnstau
Skeptiker-Cerebralstasis: Bloß keine freie Fahrt!

Es ist schon interessant, was unsere Skeptiker so alles in Gang setzen, um die Homöopathie zu desavouieren (die Medien sind derzeit voll von ihrer Kritik, lesen Sie bitte selbst). Mit dem vom ehemaligen Ärztekammer-Präsidenten Hoppe so vehement geforderten Pluralismus in der Medizin hat dies nichts zu tun!

Das ist umso bedauerlicher, weil diese „emotio-mentalen“ Spaltungsversuche weltweiter Zeitgeist-Ausdruck sind und noch nicht mal eine kreative Eigenleistung der Homöopathie-Skeptiker! Von Neid und Gier erfüllte Homöopathie-Kritiker begleiteten übrigens schon die ersten Anfänge der Homöopathie vor 200 Jahren – lange bevor es überhaupt eine naturwissenschaftlich fundierte Medizin gab.

Im besagten Zeitgeist polarisiert die unverhüllte neoliberale Fratze des Kapitalismus nach Ende des kalten Krieges zunehmend die demokratischen Gesellschaften des Westens. Sei es in den USA, in Brasilien (wo schon wieder eine Diktatur eingekehrt ist), in Italien, Ungarn oder eben auch in Deutschland.

Ein pathognomonisches Merkmal dabei ist dogmatisch-halsstarrige Rechthaberei. Im Politischen strebt diese Haltung die Machthabe an, am besten eine absolute. Im Gesundheitswesen wird eine einseitige Herrschaft der ach so hochgelobten naturwissenschaftlich fundierten „Schulmedizin“ anvisiert. Freie Entscheidungen von Ärzten und Patienten für oder gegen Methoden ihrer Wahl existieren in einer solchen Gesundheitsdiktatur nicht (die auf deutschem Boden gab es ja schon mehrere Vorläufer solcher Gesundheitspolitik).

So, und nun komme ich zum positiven Teil: Aller Skeptiker-Propaganda zum Trotz sind die Umsätze mit homöopathischen Arzneimitteln in Deutschland in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 um satte fünf Prozent gestiegen. Und zwar ganz spezifisch im Bereich der Homöopathie, und nicht zum Beispiel bei den Arzneimitteln aus Heilpflanzen. Das wirft doch ein spezielles Licht darauf, wie wirksam Propaganda auf Dauer ist.

Phytotherapie: „Der Extrakt ist der Wirkstoff“
Homöopathische Nachrichten
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• Rainer H. Bubenzer (Gesundheitsberater), Berlin, 8. November 2018.
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Zur Zukunft der JSO Bicomplexe und der JSO-Komplex-Heilweise

JSO Arzneimittel, Hersteller der JSO-Bicomplexe1923 wurde von dem Apotheker Johannes Sonntag (1863-1945) das naturmedizinische Pharmaunternehmen JSO-Arzneimittel gegründet. Knapp 95 Jahre später – im Juni 2017 – bekräftigte die kurz zuvor eingesetzte neue Geschäftsführung die Verpflichtung zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der traditionellen Produktpalette, vor allem der JSO Bicomplexe und der Heilmittel der JSO-Komplex-Heilweise (JHK). Dem entgegen stehen trotz allem regulatorische Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Die JSO Bicomplexe, die das Unternehmen bereits seit 1923 im Programm hat, beruhen auf einer von dem Berliner Arzt Dr. med. Konrad Grams (1878-1947) entwickelten Idee und Produktreihe, die die Anwendung der Schüßler-Biomineralsalze deutlich vereinfacht. Deren Anwendung war zwar von Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-98) unter dem Namen „Abgekürzte Therapie“ 1873 erstmals veröffentlicht worden, stellte sich aber bei der praktischen Anwendung als schwieriger heraus als zunächst angenommen. Seither gibt es eine nicht endende Überfülle von Fachbüchern und Ratgebern, die Patienten, Naturärzten und Heilpraktikern die Anwendung der „Biochemischen Heilweise“ erleichtern sollen. Hier lieferte Grams eine aus Sicht der Biochemischen Heilweise schlüssige Idee – nämlich mehrere Schüßler-Salze in Hinsicht auf häufig vorkommende Beschwerdekreise oder Funktionsstörungen in einem Kombinations-Arzneimittel zusammenzufassen („Abführmittel“, „Fiebermittel“, „Haarmittel“, „Blasenmittel“ und andere).

Die JSO-Komplex-Heilweise hingegen besteht aus einer großen Zahl von spagirischen Arzneimitteln, die nach einem in Europa einzigartigen Verfahren hergestellt werden. Diese wurden bereits im 19. Jahrhundert von dem Grafen Cesare Mattei (1809-96), einem Therapeuten mit internationalem Ruf, entwickelt.

Das Ziel des JSO-Engagements für diese, auch nach so langer Zeit noch innovativen und lebendigen Heilweisen und Arzneimittelkonzepte, ist die Bewahrung der JSO-Arzneien zum therapeutischen Nutzen von Patienten und Verordnern sowie für alle an persönlicher Gesundheitspflege interessierten Menschen. Bewahrung bedeutet auch die Wahrung der traditionellen Rezepturen. Zudem bekräftigte die neue Geschäftsführung auch die Absicht, wieder vermehrt die Fachkreise anzusprechen, also vor allem Heilpraktiker und Naturärzte. Aus Sicht der Naturmedizin ist es erfreulich, dass JSO-Arzneimittel mit einem so klaren unternehmerischen Commitment die naturheilkundlichen Therapeuten stärkt, da ihrer Arbeit momentan nicht nur viel unsinnige Kritik entgegengebracht wird, sondern diese auch durch immer mehr rechtliche Schranken behindert wird.

Die wissenschaftlichen Grundlagen der Komplex-Biochemie

Bicomplex Newsletter November 2016

Das Ringen darum, ob die Schüßler JSO-Bicomplexe wirken oder nicht, und welche Hintergründe es hierzu gibt, ist so alt wie diese von Dr. Konrad Grams, Berlin, Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffene Optimierung der Behandlung mit Schüßler-Salzen. Der folgende, 1926 verfasste Beitrag beleuchtet den Hintergrund der innovativen Vorschläge von Grams, nämlich die Biochemie nach Schüßler. Dabei werden einige der Fehleinschätzungen der heutigen Schüßler-Skeptiker deutlicher, vor allem was die Leistung von Schüßler betrifft. Und es wird deutlich, wie die Schulmedizin auch schon vor 100 Jahren gerne pseudoreligiöse Wahrheiten vertrat resp. vertritt, die kurz darauf als falsch entlarvt werden. Die Halbwertszeit schulmedizinischen Wissens beträgt um die fünf Jahre, Tendenz sinkend. Das heißt, daß sich nach fünf Jahren die Hälfte alles aktuell für richtig eingeschätzten „Wissens“ als falsch herausgestellt hat. Wie schön, daß es die Erfahrungsheilkunde gibt … (Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater, Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de).

*

Die wissenschaftlichen Grundlagen der Komplex-Biochemie [1]

Von Dr. med. Hugo Rudberg, Gotha.

Wenn ich hier über die wissenschaftlichen Grundlagen der Komplex-Biochemie ins Einzelne gehende Ausführungen machen will, so glaube ich, am besten so vorgehen zu können, daß ich die historische Entwicklung unserer Wissenschaft schildere.

Es wird sich also darum handeln, erstens einmal die Beweise für die Richtigkeit einer Mineralsalztherapie überhaupt zu erbringen und dann die Tatsachen zu entwickeln, die die Komplex-Biochemie dazu berechtigen, sich im wahrsten Sinne des Wortes als eine „Fort- und Weiterführung der einfachen Biochemie“ zu erklären.

Schüßler, unser Altmeister, hat intuitiv eine Therapie ins Leben gerufen, deren Grundgedanken dem Verständnis seiner Zeit weit vorausgingen. Für die Richtigkeit seiner Therapie zeugten zu seiner Zeit nur seine therapeutischen Erfolge, während wir heute imstande sind, auch den exaktwissenschaftlichen Beweis für die Richtigkeit der Anwendung seiner Mineralstoff-Funktionsmittel zu führen.

Wir müssen uns nämlich vorstellen, daß im Jahre 1874, zu welcher Zeit Dr. Schüßler seine grundlegenden Darlegungen in der berühmt gewordenen Broschüre „Abgekürzte Therapie“ veröffentlichte, noch gar keine Rede davon war, daß lebenswichtige Funktionen an das Vorhandensein von Mineralsalzen im Blute und in den Gewebesäften gebunden seien. Es gab zwar schon damals Forscher, wie der berühmte Julius Hensel und der bekannte Physiologe Moleschott, die sich mit diesen Dingen rein wissenschaftlich beschäftigten; die Anwendung auf die Therapie hat jedoch Dr. Schüßler gemacht.

Schüßler ging von diesem Gedanken aus: die Menge der Mineralsalze im menschlichen Körper ist, solange der Körper gesund ist, anscheinend nach festen Gesetzen bestimmt. Fehlen im Körperhaushalt auch nur geringe Mengen dieser Salze, die das Funktionieren sämtlicher Organe verursachen, so tritt eine deutlich erkennbare Körper-Schädigung auf. Diese Schädigung, die sich für den davon Betroffenen als Krankheit äußert, versuchte Schüßler durch Zuführung einzelner Salze auszugleichen und zur Heilung zu bringen. In einer für seine Zeitgenossen erstaunlichen Weise behielt Schüßler Recht, und allmählich bildete sich aus diesen Versuchen eine Therapie, die man Biochemie nannte. Es ist hier rein historisch die Großtat eines Geistesheroen festzustellen. Man stelle sich vor: ein Arzt, der zwar durch jahrelange Praxis als Homöopath schon daran gewöhnt war, seine Arzneien in feinverteilter Form dem Körper zuzuführen, kommt auf die Idee, Mineralsalze in einer ganz bestimmten feinen Verteilung therapeutisch anzuwenden, und zwar wählte Schüßler ganz intuitiv – und das ist seine Großtat -, eine Verdünnung der von ihm in der Therapie eingeführten Mineralsalzstoffe, die erstaunlich genau der Verdünnung entspricht, in der diese Mineralsalze in unserem Blute und unseren Gewebesäften kreisen.

Dr. Schüßler hat nämlich die Medikation der von ihm angewendeten Mineralsalze in der sechsten resp. bei einzelnen Mitteln in der zwölften Dezimalpotenz angeordnet. Erst jahrzehntelang später gelang durch Physiologen und Chemiker der Nachweis, daß die Mineralsalze, die im Körper vorhanden sind, fast genau dieser sechsten resp. zwölften Dezimalpotenz der von Schüßler als Medikament in das Körperganze eingeführten Mineralsalze entsprechen.

Es ist von gegnerischer Seite jahrelang der aussichtslose Kampf geführt worden, um festzustellen, daß eine Zuführung von Mineralsalzen in so fein verteilter Form, wie es unsere biochemischen Medikamente darstellen, erfolglos sein müßte. Vom Standpunkte der Allopathie ist diese Auffassung auch durchaus begreiflich. Im Lager der Allopathen huldigt man immer noch dem Grundsatz: Viel hilft viel. Aber auch von objektiver wissenschaftlicher Seite – ich erinnere nur an die Veröffentlichungen von Abderhalden, Albu-Neuberg und Oppenheimer – ist allmählich der Standpunkt vertreten worden, daß trotz der geringen feststellbaren Mengen von Mineralsalzen im menschlichen Organismus, eben gerade diese kaum wägbaren Mengen von Mineralsalzen von grundlegender Bedeutung im Körperhaushalt sind.

Es ist festgestellt worden, daß hinsichtlich der physiologischen Wirkungen der Mineralsalze im menschlichen Körper gar kein Vergleich mit den organischen Substanzen, die den menschlichen Körper bilden, gemacht werden kann, da diese ja grundsätzlich andere Stoffe seien.

Wie schon vorher erwähnt, ist ja der Gehalt an Mineralstoffen im Körper ein überaus geringer, und er läßt sich im Vergleich zum Körpergewicht, das man in Kilo ausdrückt, nur durch Bruchteile von Grammen, ja, vielfach von Milligrammen, bezeichnen. Die neuesten Forschungen haben ergeben, daß es nicht möglich ist, den relativ geringen Bedarf an Mineralstoffen aus der Nahrung allein zu decken, vor allem dann nicht, wenn Störungen im Umsätze der Mineralstoffe eingetreten sind, die man als Krankheiten zu bezeichnen gewöhnt ist.

Albu-Neuberg, die eines der grundlegenden Werke über den Mineralstoffwechsel geschrieben haben, sind sogar der festen überzeugung, daß Störungen im Kohlehydrat- und Eiweiß-Stoffwechsel von viel geringerer Bedeutung sind, als die geringste Veränderung in der notwendigen Zufuhr von Mineralsalzen. Es mag hier dahingestellt sein, ob es sich bei diesen Vorgängen mehr um die Assimilation oder um die Resorption der dem Körper zugeführten Mineralstoffe handelt, immerhin ergibt sich aus diesen rein wissenschaftlichen Forschungen, von welch überragender Wichtigkeit ein geordnetes Funktionieren des Mineralstoffwechsels ist.

Eine Unzahl von wissenschaftlichen Forschungen, die hier anzuführen zu weit führen würde, haben sich weiterhin mit der Frage beschäftigt, von welcher Wichtigkeit die Mineralstoffe im tierischen Organismus sind und welche Rolle ihnen beim Aufbau der Gewebe und Organe zukommt. Einer der Pioniere in dieser Wissenschaft war der große Chemiker Justus Liebig. Seine Forschungen ließen die Notwendigkeit der ständigen Zufuhr von solchen Salzen zur Erhaltung des Lebensprozesses erkennen. Während Liebig die Salze zur Ernährung jeden lebenden Wesens für notwendig erachtete, ist später vielfach die Ansicht vertreten worden, daß die beständige Zufuhr von Aschebestandteilen zum Aufbau der Gewebe, d. h. also für den wachsenden Organismus notwendig sei, während sie für den erwachsenen. Körper nichts mehr als ein zur Gewohnheit gewordener, oft, überflüssiger Zusatz zur Ernährung sei.

Erst in neuerer Zeit hat man sich mehr und mehr mit der Erforschung des Mineralsalzstoffwechsels befaßt und ist immer mehr zu der überzeugung gekommen, daß ohne Mineralsalze ein Leben überhaupt nicht möglich sei.

Wie man auch immer zur Vivisektion und zum Tierexperiment stehen möge, das eine hat sich wohl unumstößlich hieraus ergeben: ohne Mineralstoffe, seien sie durch die Ernährung, seien sie als Medikament dem Organismus zugeführt, ist Leben unmöglich.

Man hat zu Zwecken der Forschung das Experiment gemacht, Tiere, und zwar besonders Hunde mit einer absolut nährsalzfreien Nahrung wochen- und monatelang zu ernähren. Man hat diese Versuchstiere mit den Rückständen ernährt, die bei der Fleischextrakt-Fabrikation nach völliger Auslaugung der im Fleische vorhandenen Extraktivstoffe verblieben sind. Ebenfalls wurden dieser Nahrung Fette beigemischt, denen sämtliche Mineralstoffe chemisch entzogen waren. Die diesen Versuchstieren gereichte Nahrung hatte rechnungsgemäß den notwendigen Gehalt an Eiweißstoffen, Kohlenhydraten und Fetten. Es zeigte sich aber im Verlauf der Experimente, daß alle Versuchstiere in kürzerer oder längerer Zeit unter Erscheinungen von krampfartigen Zuständen und weitgehender Entkräftung eingingen. In einigen Fällen, wo man kurz vor dem zu erwartenden Verenden des Versuchstiers frisches, unausgelaugtes, d. h. mineralsalzhaltiges Fleisch als Nahrung gab, konnte man den Tod der Tiere aufhalten und sie sogar mit weiterer mineralsalzhaltiger Nahrung wieder gesund und kräftig machen.

Es ergibt sich also aus diesen Versuchen, daß der tierische Organismus nicht imstande ist, ohne die Wirkung der mineralsalzhaltigen Stoffe zu funktionieren.

Hieraus hätte sich nun natürlicherweise die Möglichkeit einer Behandlungsweise, die sich auf das Zuführen von Mineralsalzstoffen in den erkrankten Organismus aufbaute, ergeben können. Obwohl die hier angeführten Tatsachen nur ein kleiner Auszug aus denen der Wissenschaft bekannten Feststellungen ist, hat doch die Schulmedizin den klar vor Augen liegenden Weg zur Mineralstoff-Therapie nicht gefunden, und es bedurfte erst der Arbeit eines Schüßler und seiner Schüler, um auch in der Behandlungsweise die Erkenntnis der Wissenschaft dem kranken Menschen nutzbar zu machen.

Es ist der Arbeit verdienter Männer der Medizin überlassen geblieben, diese rein theoretischen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen und trotz noch so großer Anfeindungen ihrer Gegner, die auf den Grundsätzen des Mineralstoffwechsels aufgebaute Behandlungsweise zu verwirklichen. Die Biochemie, die auf den Grundsätzen des Mineralstoffwechsels aufgebaute Behandlungsweise, ist heute eine Macht geworden, die zwar viel, bekämpft, aber niemals mehr vernichtet werden kann, so sehr sich auch die Gegner dieser Richtung darum bemühen. Aber die biochemische Wissenschaft ist nicht stehengeblieben. Es haben sich Bestrebungen gebildet, die die Behandlung von Krankheiten nach der Methode von Dr. Schüßler durch Darreichung von einzelnen Mineralsalzen zu vereinfachen versuchten. über die Behandlung mit den Methoden der einfachen Biochemie- und über die hier besonders interessierende Behandlungsweise durch Komplex-Biochemie [Bubenzer:] wird auf dieser Website […] in theoretischer und praktischer Form ausführlich berichtet.

Quelle
[1] Rudberg H: Die wissenschaftliche Grundlage der Komplex-Biochemie. Zeitschrift für Komplex-Biochemie. 1926 Mai 26; 1/6(1/5):1-3.

Unterschiede Homöopathie – Schüßler-Therapie

Bicomplex Newsletter Oktober 2016

„Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Homöopathie nach Hahnemann, Biochemie nach Schüßler und der Bicomplex-Behandlung nach Grams?“, ist eine immer wieder zu hörende Frage. Häufiger Auslöser ist meist die richtige Beobachtung, dass die Arzneimittel aller drei Heilverfahren „potenziert“ sind, also bei der Herstellung einem speziellen Verdünnungs-Verfahren unterzogen werden.

Die „klassische Homöopathie“ ist die Anwendung des von Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843) weisheitsvoll beschriebenen „Ähnlichkeits- oder Simileprinzips“, dessen Grundlage ausführlichste Arzneimittel-Prüfungen an zahllosen gesunden Menschen sind (weitere Infos). Was jedoch genau bei der klassischen homöopathischen Therapie geschieht, wie es zur Heilung kommen kann, ist bis heute nicht schlüssig beantwortet. Die „Biochemische Therapie“ nach Dr. Wilhelm Schüßler (1821-1898) geht hingegen von der Vorstellung aus, Krankheit entstünde durch einen Mangel an bestimmten Mineralstoffen. Und der gezielte Ausgleich dieses Mangels trage dann zur Heilung bei (weitere Infos). Die von Dr. Konrad Grams (1878-1947) entwickelte Behandlung mit Kombinationen verschiedener Schüßler-Salzen (den sog „Bicomplex“-Präparaten) ist wiederum eine erweiterte und leichter anwendbare („alltagstaugliche“) Form der Schüßler-Therapie (weitere Infos).

Die einzige Gemeinsamkeit aller drei Verfahren ist die Potenzierung, also die rhythmische, stufenweise Verdünnung (von Hahnemann erstmals vorgeschlagen). In der Homöopathie wird sie als grundlegend wichtig betrachtet, damit sich erwünschte heilsame Wirkungen überhaupt erst entfalten können (und giftige Effekte verschwinden). Die Begründung der Potenzierung bei den Schüßlersalzen ist hingegen nicht ganz klar, manche Argumente sogar eher fraglich (zum Beispiel: „verbesserter Zellzugang“ der potenzierten Wirkstoffe). Im 20. Jahrhundert wurde sogar deutlich, dass für den Ersatz fehlender Mineralstoffe („Substitution“) meist weitaus höhere Dosierungen sinnvoll wären, als in den Schüßler-Präparaten enthalten.

Homöopathie und Schüßler-/Bicomplex-Therapie sind wesensverschieden

Bereits hier kann klar zusammengefasst werden, dass die klassische Homöopathie und die Anwendung von (kombinierten) Schüßler-Salzen praktisch nichts gemeinsam haben. Es stehen
völlig unterschiedliche Konzepte dahinter. Insbesondere ist die Schüßler-Therapie keine abgekürzte, „kleine Homöopathie“, wie viele Anwender der klassischen Homöopathie glauben (die sie gerne auch als „After-Homöopathie“ zu entwerten versuchen).

Tatsächlich ist bis heute unklar, warum Schüßler-Biomineralsalze, wie sie in den Bicomplex-Präparaten kombiniert vorliegen, überhaupt ihre oft so große und von so vielen Patienten berichtete therapeutische Wirksamkeit entfalten. Ein zellulärer Mineralstoff-Mangel, wie ihn Schüßler als Erklärung vieler Krankheiten annahm, existiert bei vielen Kranken und Krankheiten meist nicht! Werden die therapeutischen Effekte der Schüßler-Salze jedoch funktionell (also nicht substantiell-materiell) aufgefasst, erweist sich das
System von Schüßler als eine tiefe und weitreichende Einsicht in die Funktionen des organischen Lebens. Danach nämlich benötigt die allen Lebensvorgängen zugrundeliegende gestörte Lebenskraft (von der auch Hahnemann spricht) bei kranken Menschen einen von außen zugeführten Heilungsimpuls, um wieder ins Lot zu kommen. Damit erweist sich die Behandlung mit Schüßler-Kombi-Mineralsalzen als Teil der die Selbstheilung anregenden Naturheilkunde (weitere Infos).

Da Schüßler und Grams wie andere Naturheilkundler gezeigt haben, dass die Funktionen der Lebensprozesse oftmals nicht so individuell sind, wie Hahnemann angenommen hatte, sondern bereits mit nur wenigen Biomineralsalzen stimuliert werden können, reichen wenige Präparate zur Selbstmedikation aus (bei Schüßler 12 Salze, bei Grams mit 30 Bicomplex-Mitteln). Bedenkt man, dass die klassischen Homöopathen rund 5.000 Wirkstoffe kennen, begreift man, was „Alltags-Tauglichkeit“ bedeutet, und warum klassische Homöopathie nicht zur Selbstbehandlung taugt, sehr wohl aber die Therapie mit Schüßler-Biomineralsalzen oder vor allem den Gramschen JSO-Bicomplexen.

Interessierte können weitaus mehr über die Unterschiede zwischen Homöopathie und Schüßler-Biochemie in folgenden Buch erfahren:
• Reinhard Schaub: Homöopathie – Biochemie nach Dr. Schüßler: Eine Gegenüberstellung. FST-Verlag, Zell am See/Österreich, 2006, ISBN 3950214801 (Amazon).

Gegenüberstellung Homöopathie Biochemie
Begründer Dr. Samuel Friedrich Christian Hahnemann (1755-1843) Dr. Wilhelm Schüßler (1821-1898)
Hauptwerk „Organon der Heilkunst“, 6. Auflage „Abgekürzte Therapie“, 25. Auflage
Verständnis von Gesundheit und Krankheit Krankheit ist „die Gesamtheit der Symptome …“, „… alle Veränderungen im Befinden des Leibes und der Seele … oder alle Abweichungen vom gesunden Zustande“ „Krankheit des Körpers ist gleich Krankheit der Zelle.“ (Virchow)
Die Krankheit der Zelle entsteht durch Verlust anorganischer Salze.“ (Moleschott)
„Dann muss die Gesundheit der Zelle und damit des Körpers wiederhergestellt werden durch Deckung des Verlusts.“ (Dr. Schüßler)
Ansatzpunkt der Behandlung „Lebenskraft“, Lebensenergie, die Heilmittel werden potenziert (verdünnt und verschüttelt), um als feinste Reize auf die Störungen der Lebensenergie zu wirken Die Zelle; die Heilmittel werden soweit verdünnt (potenziert), dass sie in die Zelle hineingelangen können
Verwendete Heilmittel Sie werden aus Mineralien, Pflanzen, Tieren und Krankheitsprodukten (Nosoden) gewonnen. Der Einsatzbereich wird mittels Arzneimittelprüfungen am Gesunden und Erfahrungen, die sich aus der praktischen Anwendung ergeben, gewonnen. Gebräuchlich sind niedrige Potenzen D4/D6 bis sehr hohe Potenzierungen z. B. D1000 12 (26) anorganische Mineralsalze, die in den Zellen vorkommen. Es finden keine Arzneimittelprüfungen statt. Gebräuchliche Potenzen sind D6 bzw. D12. Sie versorgen die Zelle (Mikrobereich) mit Mineralstoffen. Der Makrobereich muss zusätzlich beachtet werden
Dosierung Bei akuten Störungen häufige Arzneigaben bis zur Besserung, dann aufhören; bei chronischen Beschwerden Einzelgaben mit langer Nachwirkungszeit. Abwarten!! Mehrere Mineralstoffe werden in hoher Dosierung auch nach Abklingen der Beschwerden weiter genommen, um die Mineralstoffdepots an Funktionsmitteln aufzufüllen und Rückfälle zu verhüten
Therapeutisches Vorgehen Ermittlung der charakteristischen Zeichen und Befindensveränderungen. Dabei spielen das ausführliche Gespräch (Anamnese) und die Untersuchung des Patienten eine Rolle. Auswahl eines passenden Heilmittels nach der Ähnlichkeitsregel („Similia similibus curentur“), Reiztherapie Ermittlung des Defizits an Mineralsalzen in der Zelle mittels Gespräch und mittels Antlitzanalyse, Substitutionstherapie
Nebenwirkungen Eventuell Erstverschlimmerung, auch sog. Arzneimittelsymptome sind möglich; Reaktionen im Sinne der Heringschen Regel (weitere Infos) Keine, aber Reaktionen auf die Einnahme im Sinne der Heringschen Regel (weitere Infos)
Äußere Anwendung In der klassischen Homöopathie nicht üblich Wichtige, unverzichtbare Ergänzung

Autor
• Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater, Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de

Staat gegen Alternativmedizin: Wann wird die Homöopathie verboten?

Bicomplex Newsletter September 2016

Die Gesundheitswirtschaft Deutschland ist unser größter Wirtschaftszweig und setzt weit über eine 500 Milliarden Euro im Jahr um. Der größte Teil der Gesundheitsausgaben bei uns wird von den Krankenkassen-Mitgliedern aufgebracht (knapp 200 Milliarden Euro pro Jahr). Nahezu unkontrolliert von Parlament und Regierung entscheidet seit 2004 der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) über diese Geldflüsse des gesetzlichen Krankenkassensystems (GKV). Pikant ist, wenn der „unparteiische“ Vorsitzende dieses mächtigsten Supergremiums des Bundesrepublik, der Anwalt und illustre CDU-Politiker Josef Hecken, immer wieder mit merkwürdigen „Einschätzungen“ medizinischer Gesundheits-Aspekte auffällt. Beispielsweise mit seiner Bemerkung, man benötige nicht für jeden Bürger eine Psychotherapie, eine Flasche Bier tue es manchmal auch [1]. Oder mit seiner kürzlich im FAZ-Interview dargelegten Meinung, die Krankenkassen dürften zukünftig keine Therapien wie die Homöopathie mehr bezahlen – auch freiwillig nicht! -, solange keine in Studien belegte „Evidenz“ für die Wirksamkeit vorliege. Darüber hinaus sollte Menschen bei schwerwiegenden Erkrankungen die homöopathische Therapie sogar ganz verboten werden können. Selbst dann, wenn sie die Behandlung aus eigener Tasche bezahlen – „da brauchen wir ganz klare Verbote“ so Hecken [2].

Mit fachlicher „Qualifikation“ haben weder die Interview-Aussagen noch die nachträglichen Rechtfertigungsversuche Heckens zu tun, darin sind sich die meisten Experten einig. Schon die Interview-Verknüpfung eines kürzlich in den Medien berichteten Behandlungsskandals, bei dem drei schwerstkranke Patienten durch Anwendung von Brombrenztraubensäure gestorben sein sollen, mit dem Anwendungsverbot von Homöopathie bei Krebs, zeigt die fehlende Sachkunde deutlich: Der Wirkstoff hat mit Homöopathie nichts zu tun. Auch die späteren Verwechslungen von Komplementär- und Alternativmedizin, Homöopathie („Globuli“) oder anthroposophischer Medizin zeigen die scheinbare medizinische Unwissenheit des mächtigsten Mannes im deutschen Gesundheitswesen.

Man tut Hecken jedoch Unrecht, wenn man ihm einfach nur Unwissenheit unterstellt, seine Abwahl fordert und sich dann wieder zum Alltag zurückwendet, wie dies viele Vertreter des Gesundheitswesens in den letzten Wochen getan haben. Nein, wer sich noch an die medizinischen Zwangsbeglückungs-Versuche der ehemaligen Bundes-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erinnert oder an deren nationalsozialistische Vorläufer, wird im Vorstoß von Hecken mehr erkennen, als nur die monetären Interessen von Großkonzernen. Die Intention der Homöopathie-Skeptiker, derer Hecken sich geschickt bedient, ist die Konstruktion von tödlichen Feindbildern, hinter denen das eigentliche Geschäft um Marktanteile, akademischen Ruhm oder politische Macht in der Gesundheitsindustrie ungestört vorangetrieben werden kann. Mit der Lauterkeit oder staatsmännischen Zurückhaltung seines G-BA-Vorgänger Rainer Hess haben Heckens Äußerungen deshalb nichts zu tun, sondern nur mit dem üblichen Schachern von Lobbyisten.

Dass gerade die Homöopathie als eines der letzten Bollwerke freiheitlichen Denkens in der Medizin und der freien Wahl von Behandlungsmethoden durch kranke – auch schwerkranke! – Patienten im Fokus von Hecken steht, ist leicht nachvollziehbar. Diese Schule der modernen Medizin hat sich seit 200 Jahren den meisten Anfeindungen ihrer Kritiker widersetzen können und steht den Menschen heute weltweit zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten zur Verfügung. Könnte die Homöopathie verboten werden, wie Hecken vorschlägt, wäre der medizinische Methoden-Pluralismus in Deutschland tot. Und die Patienten müssten sich auf illegalen Wegen ihre Heilmittel im Ausland beschaffen. Die Verwender von Schüßler-Salzen und Schüßler-Kombipräparaten (JSO-Bicomplexe) wären übrigens genauso betroffen! Diese Heilmittel sind bei uns allesamt als homöopathische Arzneimittel zugelassen, und würden bei einem Verbot vom Markt verschwinden. Hiergegen hilft nur dauernde Wachsamkeit, tatkräftige Aufklärung, öffentliche Willensbildung in der Politik oder persönliche Einflussnahme in den Gremien der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen (zum Beispiel bei der Sozialwahl in Ihrer Krankenkasse …).

Autor
• Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater, Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de
Quellen
[1] Ballwieser D, Teevs C: Josef Hecken – Funktionär empfiehlt Bier statt Psychotherapie. SpiegelOnline. 2013 Nov 5 (Volltext).
[2] NN (F.A.Z. exklusiv): Heilpraktiker schwer unter Beschuss. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2016 Aug 26 (Volltext).

JSO-Bicomplexe: Die natürliche Wahl bei Sportproblemen

Bicomplex Newsletter August 2016

Zwei Drittel der Menschen in Deutschland bewegen sich nicht mal eine Stunde pro Tag, entsprechend verteilen sich viele der heute wichtigen Krankheiten („Rücken“, Zuckerkrankheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vieles andere mehr), stellt die TK-Bewegungsstudie 2016 fest [1]. Die meiste Zeit wird gesessen – bei der Arbeit, im Auto, vor der Glotze. Bewegten sich unsere Vorfahren noch bis zu 30 Kilometer am Tag, sind es heute im Durchschnitt nicht mal 500 Meter. Dennoch, es gibt auch Lichtblicke: Ein Fünftel sind Freizeit- oder Intensivsportler. Die häufigsten Sportaktivitäten sind Training im Fitnessstudio, Radsport und Laufen, so die TK-Bewegungsstudie. Und sofort hört man „kritische“ Stimme jener, die von den Bewegungs- und Sportmuffeln am meisten profitieren – nämlich von Vertretern der Gesundheits-Industrie: Krankmachende Über-Belastung jenseits der Schmerzgrenze, gefährlicher Medikament-Missbrauch und lebensbedrohliches Doping seien allgegenwärtige Probleme im Freizeitsport, tönen Ärzte- oder Apothekermedien unisono [2, 3].

Tatsächlich gibt es Freizeit- und Intensivsportler, die ihre persönlichen Risiken fehlerhaft einschätzen und durch einseitige Überforderungen krank werden. Aus meiner Sicht findet dies meist im Spannungsfeld von Unwissenheit und Dummheit statt. Viele Läufer wissen zum Beispiel nicht, dass ihre stark gedämpften (und teuren) Markenlaufschuhe die eigentliche Ursache der meisten Läufer-Verletzungen sind. Manche hormongesteuerten Freizeitsportler belasten sich wiederum – ohne jede fachliche Anleitung! – beim Training an modernen Fitnessgeräten so sehr, dass orthopädische Dauer-Schäden nicht lange auf sich warten lassen (ein berüchtigtes Beispiel sind unsachgemäß genutzte Rudermaschinen).

Die meisten engagierten Freizeitsportler profitieren jedoch gesundheitlich von ihrer sportlichen Aktivität sehr, auch ihre Lebenserwartung steigt um Jahre an [4]. Dennoch gibt es immer wieder die kleinen oder größeren Zwischenfälle beim Training, die unangenehm nerven können – gehäufte Muskelkrämpfe, übermäßiger Muskelkater, kleinere, aber schmerzhafte Muskelfaserrisse, tagelang schmerzhaft gestörte, vielleicht sogar etwas geschwollene Gelenke (vor allem von Füßen, Knien, Hüften oder Schulter- und Armgelenken), deutlich erhöhte Erschöpfung nach dem Training oder länger anhaltende „energetische“ Leistungseinschränkungen. Wohl gemerkt, alles noch im Bereich alltäglicher Beschwerden ohne medizinische Erkrankungen im Hintergrund.

Hier bietet die Komplex-Biochemie nach Konrad Grams eine Reihe von Hilfen, damit der der engagierte Freizeitsportler nicht zu den Chemiekeulen greifen muss, die im professionellen Sport häufig verwendet werden. Ich stelle nur die wichtigsten JSO-Bicomplexe vor (über alle anderen lesen Sie mehr unter bicomplexe.heilpflanzen-welt.de).

• Das „Muskelmittel“ (JSO Bicomplex 29, PZN 00545113) unterstützt den Muskelstoffwechsel. Es ist das Basismittel bei einem gestörten Muskeltonus und wird bei Muskel- und Energieschwäche angewandt. Es nimmt Einfluss auf die Muskel-Grundspannung (Tonus) und verbessert diese. Das Muskelmittel regt den Muskelstoffwechsel an, lindert Muskelverhärtungen und –Verspannungen, reguliert den Blutdruck und verbessert so die Muskel-Durchblutung, wirkt Muskelerschlaffung entgegen, stimuliert grundsätzlich die Muskelaktivität und stärkt die Atemmuskulatur.
• Das „Krampfmittel“ (JSO Bicomplex 5, PZN 00544869) ist das Basismittel bei allen Krampfzuständen. Es harmonisiert und verbessert den Energiehaushalt im Nerven- und Muskelgewebe und sorgt für Entspannung im Gewebe. Das Krampfmittel wirkt bei allen Arten von Krämpfen regulierend auf den Erregungszustand im Sinne eines Ausgleichs. Damit ist es nicht nur bei den häufigen Wadenkrämpfen von Sportlern eine gute Wahl, sondern auch bei nervöser Muskelunruhe oder Zuckungen der Muskulatur. Hinweis: Bei einem akuten Krampf können alle zehn Minuten ein bis zwei Tabletten eingenommen werden, bis die Beschwerden nachlassen.
• Das „Gicht- und Rheumatismusmittel“ (JSO Bicomplex 9, PZN 00544906) ist das Mittel der Wahl bei Muskelkater. Zwar ist bis heute nicht klar, wie diese Beschwerden eigentlich entstehen (sind es zum Beispiel Muskelfaser-Risse oder eher starke Störungen im Muskel-Stoffwechsels mit Gewebe-Übersäuerung?). Dennoch tut das Gicht- und Rheumatismusmittel immer Gutes, da es örtliche Übersäuerungen (Azidose) mit gestörter Sauerstoff- und Nährstoffversorgung von Muskeln und Gelenken zu verringern hilft.
• Das „Fiebermittel“ (JSO Bicomplex 6, PZN 00544875) ist das Hauptmittel bei Fieber und Entzündungen. Seine Wirkungen erstrecken sich auf Zustände, die mit vermehrter Wärmebildung und erhöhter Pulsfrequenz einhergehen. Dazu zählen auch akute entzündliche Prozesse, die bei Verletzungen der Muskulatur auftreten (ergänzend zum Muskelmittel) oder akuten Gelenkentzündungen. Hinweis: Bei akuten Muskelverletzungen (Prellungen, Zerrungen, Blutergüsse) sollte zunächst das Fiebermittel für ein bis drei Tage eingenommen werden, dann kann auf das Muskelmittel gewechselt werden.

Autor
• Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater, Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de
Quellen
[1] Beweg Dich, Deutschland! — TK-Bewegungsstudie 2016. Techniker Krankenkasse, Hamburg, 2016 (PDF-Volltext).
[2] Siegmund-Schultze N: Leistungsbeeinflussende Substanzen im Breiten- und Freizeitsport: Trainieren mit allen Mitteln. Dtsch Arztebl. 2013;110(29-30):A-1422/B-1248/C-1230 (Volltext).
[3] Kirsten A: Doping im Freizeitsport: Riskante Taktik. Apotheken-Umschau, Baierbrunn, 2016 (Volltext).
[4] Chakravarty EF1, Hubert HB, Lingala VB, Fries JF: Reduced disability and mortality among aging runners: a 21-year longitudinal study. Arch Intern Med. 2008 Aug 11;168(15):1638-46 (DOI: 10.1001/archinte.168.15.1638 | PMID: 18695077) (Volltext, englisch).

Flug-Erkältung: Wenn Niesen die Ferien vermiest

Bicomplex Newsletter Juli 2016

Mehr als drei Milliarden Menschen fliegen pro Jahr, Tendenz steigend. Die dabei erhöhte äussere Infektionsgefahr (Flughäfen, enge Kabinen, Erregerverteilung über Klimaanlagen) und die speziellen Stress-Belastungen (Lufttrockenheit, Sauerstoff- und Druckabfall während des Fluges, Unausgeschlafenheit, Jetlag, Klimaumstellungen) führen bei 20-50% aller Passagiere zu meist mehrtägigen Erkältungskrankheiten („grippale Infekte“) nach dem Flug. Damit sind Erkältungen die häufigsten gesundheitlichen Folgen des Fliegens, sie vermiesen 10-20% der flugreisenden Urlauber den Ferien-Beginn, oder verringern die berufliche Einsatzfähigkeit nach beruflich bedingten Flügen. Die Naturmedizin in Form des Schüssler-Kombipräparates JSO Bicomplex Nr. 21 („Schleimhautmittel“) macht sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung der Flug-Erkältung ein wichtiges Angebot.

Eine Erkältung durch eine Flugreise, hier Flug-Erkältung genannt, gehört zu den häufigsten Gesundheits-Problemen, die einen zufriedenen, fröhlichen Urlaub stören. Meistens sind es Virus-Infektionen der oberen Atemwege (Nase, Nasennebenhöhle, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien) mit einem der endlos vielen Schnupfen-Viren. Fast immer kostet eine solche Erkältung zwei bis vier Tage vom wohlverdienten Urlaub.

Klar, Schulmedizin oder findige Erfinder bieten eine ganze Menge sinniger und vor allem unsinniger Produkte, die das Problem lösen sollen. Hier sollen nur einige besonders sinnlose Vorschläge vorgestellt werden.
ASS (Acetylsalicyl-Säure, z. B. in Aspirin): Der Wirkstoff senkt Fieber, wirkt abschwellend oder lindert Schmerzen. ASS und andere ähnliche Wirkstoffe blockieren alle natürlichen Heilvorgänge bei Erkältungen. Sie sind aus Sicht der Naturheilkunde also mehr mehr als unerwünscht, besonders natürlich bei der Vorbeugung.
Abschwellende Wirkstoffe (Nasenspray): Sinnloser geht es nimmer – die Schwellung der Nasenschleimhäute ist auch eine Schutzreaktion, um den Zugang von Erregern zu verhindern. Diesen zu beseitigen (was mit solchen ohnehin sehr problematischen Produkten gut funktioniert), ist mehr als kontraproduktiv.
Mundschutz. Das ist ein sinnloses Beruhigungsmittel. Alle Erkältungsviren dringen ungehindert hindurch.
Inhalierstifte und andere „Nasenstifte“, besonders, wenn sie mentholhaltig sind, blockieren niemals Viren oder Bakterien. Das Kältegefühl erweckt nur das Gefühl einer erleichterten Atmung, führt diese aber nicht herbei. Bei Babys und Kleinkindern kann Menthol sogar tödlich sein. Also ab in die Tonne damit!
Eisenpräparate sollen die Abwehr stärken. Das ist nur in sehr seltenen Fällen richtig, fast immer aber Unsinn. Also gleich im Apothekenregal liegen lassen.
Echinacea, der Dauerbrenner beim Thema „Abwehrsteigerung“, die jedoch nur im Reagenzglas gezeigt werden konnte (und hier auf schweren Fehlern beim Versuchsaufbau beruht). Bei örtlicher Anwendung inaktivieren Gerbstoffe der Pflanzenextrakte einige Viren, wie bei anderen gerbstoffhaltigen Extrakten auch.

Je nach persönlicher Konstitution bleiben nur wenige Möglichkeiten, den grundsätzlich krankmachenden Auswirkungen des Fliegens zu entrinnen:
• Nasenspray aus reiner Salzwasserlösung befeuchtet die Nasenschleimhäute, wenn die Kabinenluft sehr trocken ist.
Lutschbonbons auf Lavendel- oder Salbei-Grundlage regen die Speichelbildung im Mund an. Der Speichel ist antiviral und antibakteriell. Die Heilpflanzen in den Lutschbonbons sind nicht wirksam, sie tragen nur zum Geschmack bei. Genauso gut regen Kaugummis die Speichelbildung an.
Wärme-Regulation durch ausreichend warme Kleidung, einen warmen Wollschal oder dicke Socken (vor allem bei längeren Flügen).
• Zur Anregung der Schleimhaut-Aktivität, über die alle Erkältungserreger in den Körper eindringen (übrigens nicht nur Nase, sondern auch Mund- und Rachenschleimhaut und Augen), steht das JSO Bicomplex-Arzneimittel Nr. 21 („Schleimhautmittel“) zur Verfügung. Das naturheilkundliche Schleimhautmittel wird seit vielen Jahrzehnten vor allem auch zur Vorbeugung und Behandlung akuter grippaler Infekte, wie eben der „Flug-Erkältung“ mit viel Erfolg eingesetzt. Liegt der Einnahmebeginn Tage oder 1-2 Wochen vor dem geplanten Flug, ist die vorbeugende Wirkung besonders ausgeprägt.

Autor
• Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater, Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de
Quellen
• Mangili A, Vindenes T, Gendreau M: Infectious Risks of Air Travel. Microbiol Spectr. 2015 Oct;3(5) (Kurzfassung(en): PMID).
• Wilder-Smith A, Mustafa FB, Peng CM, Earnest A, Koh D, Lin G, Hossain I, MacAry PA: Transient immune impairment after a simulated long-haul flight. Aviat Space Environ Med. 2012 Apr;83(4):418-23 (Kurzfassung(en): PMID).
• Gupta JK, Lin CH, Chen Q: Inhalation of expiratory droplets in aircraft cabins. Indoor Air. 2011 Aug;21(4):341-50 (Kurzfassung(en): PMID).
• Silverman D, Gendreau M: Medical issues associated with commercial flights. Lancet. 2009 Jun 13;373(9680):2067-77 (Kurzfassung(en): PMID).
• Mangili A, Gendreau MA: Transmission of infectious diseases during commercial air travel. Lancet. 2005 Mar 12-18;365(9463):989-96 (Kurzfassung(en): PMID).
• Leder K, Newman D: Respiratory infections during air travel. Intern Med J. 2005 Jan;35(1):50-5 (Kurzfassung(en): PMID).
• Spira AM: Assessment of travellers who return home ill. Lancet. 2003 Apr 26;361(9367):1459-69 (Kurzfassung(en): PMID).
• Steffen R, deBernardis C, Baños A: Travel epidemiology–a global perspective. Int J Antimicrob Agents. 2003 Feb;21(2):89-95 (Kurzfassung(en): PMID).
• Zitter JN, Mazonson PD, Miller DP, Hulley SB, Balmes JR: Aircraft cabin air recirculation and symptoms of the common cold. JAMA. 2002 Jul 24-31;288(4):483-6 (Kurzfassung(en): PMID).