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Osteoporose, Sport und das Knochenmittel

Bicomplex Newsletter November 2013

Um die fast unvorstellbare Geldmenge von 260 Milliarden Euro jährlich in unserem deutschen „Gesundheitswesen“ auszugeben, braucht es viele kranke Menschen. Am besten immer mehr, immer kränkere und zunehmend auch solche, die gar nicht krank sind. Deren Krankheit also erst erfunden werden muß, damit sie anschließend aufwendig und teuer behandelt werden kann [1]. Auf englisch wird das „disease mongering“ genannt, auf deutsch „Krankheitserfindung“ [2]. Sie werden es vielleicht nicht glauben: Aber nach Meinung zahlreicher Kritiker gehört auch die Osteoporose zu der Gruppe der erfundenen Krankheiten [3].

Alter als Krankheit? Dabei passt doch im Elfenbeinturm alles so gut zusammen: Im Alter (angeblich auch eine Krankheit für sich!) nimmt die Geschlechtshormon-Bildung ab (Wechseljahre als Krankheit!). Dadurch werden die Knochenzellen nicht mehr richtig stimuliert. Und die Knochen „entkalken“ und brechen häufiger als in jungen Jahren – der altersbedingte Knochenschwund (Osteoporose) ist da. Tatsächlich gibt es „Knochenschwund“ im Alter, genauso wie es zum Beispiel Haarausfall gibt. Nur ist die Ursache weitaus einfacher, als die hoch komplizierten und verkaufsfördernden Theorien zur Entstehung der Osteoporose vermuten lassen.

Use it or loose it Einer der weltweit berühmtesten Bodybuilder, der es fast sogar zum Präsidenten der USA gebracht hätte, der Österreicher Arnold Schwarzenegger, hat schon vor Jahrzehnten auf das grundlegende Prinzip hingewiesen: „Use it or loose it“ – „Nutze es oder verliere es wieder“. Er bezog sich damit natürlich auf die Muskulatur und seine Aufgaben. Heute ist klar, dass die Funktionen aller biologischen Systeme nur in engstem Zusammenhang mit ihrer Nutzung existieren. Beispiel: Bereits wenige Stunden nach dem Anlegen eines Unterschenkel-Gipsverbandes schrumpft die Unterschenkel-Muskulatur messbar.

Osteoporose Was den Bewegungsapparat und sogar die Knochen bei älteren Menschen schrumpfen lässt, erklärte schon vor Jahren das Enfant terrible der deutschen Osteoporose-Ärzte, Dr. Martin Runge, ärztlicher Direktor der Aerpah-Klinik in Esslingen-Kennenburg: Vor allem die Nicht-Benutzung der Muskulatur ist die „Ursache“ der Osteoporose [4]. Und diese Nicht-Nutzung – also immer weniger körperliche Aktivität – wird in zunehmendem Alter immer häufiger, was heute auch viele Studien bestätigen [5]. Dass dabei der Bewegungsapparat zunächst funktionell immer schlechter wird, weiß schon der Volksmund: „Wer rastet, der rostet“. Dass auch Konsequenzen wie die Osteoporose drohen, war bislang jedoch unbekannt.

Therapieprobleme Alle gängigen Osteoporose-Therapien sind medikamentös:
– Hormone gegen den angeblichen „Hormonmangel“ im Alter
– Calcium gegen die Ausschwemmung des Knochenminerals Calcium
– Vitamin D zur Förderung des Knochenaufbaus
– Bisphosphonate zum „Festigen der Knochen“, die Knochen künstlich steinhart werden lassen
Alle diese Behandlungen sind nicht nur nebenwirkungsreich, sondern haben teilweise fatale oder gegenteilige, teilweise völlig fehlende medizinische Auswirkungen. Die Einnahme von Calcium-Ergänzungspräparaten erhöht bei Männern beispielsweise das Risiko eines vorzeitigen Herzkreislauf-Todes [6]. Die langfristige Kombinationsgabe aus Calcium und Vitamin D reduziert – trotz millionenfacher Verwendung – die Häufigkeit von Knochenbrüchen nicht [7]. Die Hormon-Ersatztherapie führt zu Brustkrebs und erhöht das Sterberisiko [8]. Bisphosphonate führen schließlich zu gefährlichen Kieferzerstörungen oder völlig untypischen Knochenbrüchen [9].

Sport Die Abhilfe ist eindeutig: „Use it!“, wie der Bodybuilding-Papst betonte, oder auch Runge und andere, „Nutze Deinen Bewegungsapparat!“. Genau diese Nutzung – und zwar nicht zu wenig! – ruft den Körper zu regelrechter Knochenbildung und dynamischen Belastungs-Anpassungen der Knochen auf. Runge zum Beispiel aktiviert alle seine Osteoporose-Patienten ab dem ersten Behandlungstag mit sogenannten Vibrationstraining [10]. Dieses stimuliert – auch bei älteren Menschen -die Muskeln intensiv, baut zügig verlorengegangene Muskelkraft wieder auf und verringert die für Knochenbrüche gefährliche Sturzneigung älterer Menschen [11]. Intensives Kraft- und Ausdauertraining ist also Vorbeugung und Therapie von Osteoporose gleichzeitig [12]. In Form von Vibrationstraining führt Sport zu medizinisch bislang unerreichten Erfolgen: Nämlich dem Stop von Knochenabbau sowie neuer Knochenbildung [13].

Selbstheilung kostenlos? Intensiveres sportliches Training ist angewandte Naturheilkunde in ihrer reinsten Form: Es regt die körperlichen Selbstheilungskräfte an – stimuliert also den Körper, sich selbst zu heilen. Genauso tun dies auch andere naturheilkundliche Behandlungsverfahren. Beispielsweise der kurmäßige Einsatz von JSO-Bicomplex Nr. 13 („Knochenmittel“ – ein Kombinationspräparat aus verschiedenen Schüßler-Salzen). Die Anregung der Selbstheilungskraft und die nachfolgende Heilungsarbeit unseres Organismus, dies zeigt das Beispiel Osteoporose überaus deutlich, ist aber nicht zum Nulltarif zu haben. Die betroffenen Menschen müssen erhebliche Eigenleistungen erbringen. Im Fall von Vorbeugung oder Behandlung von Osteoporose vor allem eben eine deutlich gesteigerte, individuell angepasste, dauerhafte sportliche Aktivität. Oder die Optimierung ihrer Ernährung, um den beim Gesundwerden / bei Heilungsvorgängen gesteigerten Nährstoffbedarf zu decken. Das gilt auch, wenn die von der Evolution angelegte Selbstheilungskraft mit anderen Mittel angeregt wird. Zum Beispiel mit dem JSO-Knochenmittel: Immer müssen zusätzlich günstige Heilungs-Bedingungen geschaffen werden (unter anderem angemessen Nährstoff-Versorgung, reichhaltige Bewegungsprogramme und dazu gehörende Ruhe- und Aufbauphasen, ausreichend Schlaf und Erholung).

Autor
• Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater, Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de
Quellen
[1] Moynihan R, Heath I, Henry D: Selling sickness: the pharmaceutical industry and disease mongering. BMJ. 2002 Apr 13;324(7342):886-91.
[2] Jörg Blech: Die Krankheitserfinder – Wie wir zu Patienten gemacht werden. Fischer Verlag, Frankfurt, 2003.
[3] Wright J: Marketing disease: is osteoporosis an example of ‚disease mongering‘? Br J Nurs. 2009 Sep 24-Oct 7;18(17):1064-7.
[4] Runge M: Osteoporose – Dogmen hinterfragt. Der Hausarzt. 2001; 2:26-32.
[5] Jones DA, Ainsworth BE, Croft JB, Macera CA, Lloyd EE, Yusuf HR: Moderate leisure-time physical activity: who is meeting the public health recommendations? A national cross-sectional study. Arch Fam Med. 1998 May-Jun;7(3):285-9.
[6] Xiao Q, Murphy RA, Houston DK, Harris TB, Chow WH, Park Y: Dietary and supplemental calcium intake and cardiovascular disease mortality: the National Institutes of Health-AARP diet and health study. JAMA Intern Med. 2013 Apr 22;173(8):639-46.
[7] Cauley JA, Chlebowski RT, Wactawski-Wende J, Robbins JA, Rodabough RJ, Chen Z, Johnson KC, O’Sullivan MJ, Jackson RD, Manson JE: Calcium Plus Vitamin D Supplementation and Health Outcomes Five Years After Active Intervention Ended: The Women’s Health Initiative. J Womens Health (Larchmt). 2013 Nov;22(11):915-29.
[8] Manson JE, Chlebowski RT, Stefanick ML, Aragaki AK, Rossouw JE, Prentice RL, Anderson G, Howard BV, Thomson CA, LaCroix AZ, Wactawski-Wende J, Jackson RD, Limacher M, Margolis KL, Wassertheil-Smoller S, Beresford SA, Cauley JA, Eaton CB, Gass M, Hsia J, Johnson KC, Kooperberg C, Kuller LH, Lewis CE, Liu S, Martin LW, Ockene JK, O’Sullivan MJ, Powell LH, Simon MS, Van Horn L, Vitolins MZ, Wallace RB: Menopausal hormone therapy and health outcomes during the intervention and extended poststopping phases of the Women’s Health Initiative randomized trials. JAMA. 2013 Oct 2;310(13):1353-68.
[9] Akintoye SO, Hersh EV: Risks for jaw osteonecrosis drastically increases after 2 years of bisphosphonate therapy. J Evid Based Dent Pract. 2012 Sep;12(3 Suppl):251-3.
[10] Runge M: Die Vibrationsbehandlung – neue Wege in Therapie und Training von Muskelfunktion. Bewegungstherapie und Gesundheitssport 2006; 22:1-5.
[11] Runge M, Schacht E: Multifactorial pathogenesis of falls as a basis for multifactorial interventions. J Musculoskelet Neuronal Interact. 2005 Jun;5(2):127-34.
[12] Runge M, Rehfeld G, Resnicek E: Balance training and exercise in geriatric patients. J Musculoskelet Neuronal Interact. 2000 Sep;1(1):61-5.
[13] Armbrecht G, Belavý DL, Gast U, Bongrazio M, Touby F, Beller G, Roth HJ, Perschel FH, Rittweger J, Felsenberg D: Resistive vibration exercise attenuates bone and muscle atrophy in 56 days of bed rest: biochemical markers of bone metabolism. Osteoporos Int. 2010 Apr;21(4):597-607.