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His Royal Highness: Homöopathie aus Sicht von Prinz Charles

Bicomplex Newsletter Juni 2015

Der britische Thronfolger Prinz Charles versucht zeit seines Lebens, entsprechend seiner individuellen Auffassung von Verantwortung, bestimmte Entwicklungen seines Landes aktiv mitzugestalten. Ein Weg ist dabei das Schreiben sehr persönlicher thematischer Briefe an politisch, gesellschaftlich, kulturell oder wissenschaftlich maßgebliche Personen in Großbritannien. Wegen seiner etwas „speziellen“ Handschrift werden diese Briefe auch „Black Spider-Memos“ (schwarze Spinne-Memos) genannt. In einigen davon befasst er sich auch mit der Komplementär- und Alternativmedizin, der Akupunktur und vor allem einem der zentralen Anliegen von Charles Mountbatten-Windsor, der Homöopathie.

Seit 15. Mai 2015 (aktualisiert am 4. Juni) hat nun die britische Regierung erste Black Spider-Memos veröffentlicht (Volltexte als PDF mit Kommentar). Die Kritiker des Prinzen, die mit Hilfe des britischen Informationsfreiheitsgesetzes diese Veröffentlichung vor Gericht erzwungen haben, sind allerdings schwer enttäuscht. Erstens gibt es keinen Sturm der Entrüstung in der Bevölkerung über die – angeblich – unangemessenen Versuche der gesellschaftlichen Einflussnahme des Prinzen. Zudem zeigen die Memos nicht mehr oder weniger als, was bislang schon bekannt war: Einen Mann, dessen „grünes Herz“ klar und zutiefst überzeugt auch für die Homöopathie schlägt. Und der sich dafür – ohne dabei eigene politische oder wirtschaftliche Interessen zu vertreten – für diese alternativmedizinische Schule engagiert. Zum Beispiel durch Förderung von homöopathischer Forschung, Aufbau und Erhalt von homöopathischen Krankenhäusern oder Vorschläge zur besseren Einbindung der bestehenden Kliniken in das öffentliche Nationale Gesundheitssystem (National Health System – NHS), das alle Kosten der Krankheitsbehandlung aller Briten trägt.

„Homöopathische Krankenhäuser bieten einen holistisch-ganzheitlichen, patienten-orientierten, risikoarmen, kostengünstigen und wenig technisierten Ansatz, der kosten-effektiv ist.“ (Prinz Charles, 2007)

Beispiel: In einem, von Homöopathie-Skeptikern jetzt monierten Schreiben an den damaligen Gesundheitsminister Alan Johnson aus dem Jahre 2007 kritisierte Prinz Charles unter anderem die (bis heute anhaltend) sinkenden NHS-Ausgaben für die Homöopathie-Behandlung in Krankenhäusern. Obwohl zum Beispiel die überweisungen von Patienten an das europaweit größte und renommierteste Haus, das „Royal London Homoeopathic Hospital“ in London, seit Jahren kontinuierlich wachsen. Trotz aller Aktivitäten der Homöopathie-Skeptiker!

Der Prinz betonte in dem Schreiben vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Einsichten auch, dass Homöopathie – zum Beispiel bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, Depressionen, Hautausschlägen, chronischen Schmerzsyndromen oder Reizdarm-Erkrankungen – eine Behandlungsalternative ist, die therapeutische Vorteile gegenüber der oft wenig wirksamen Standardbehandlung hat. Ganz abgesehen davon, dass die Homöopathie, aus der auch die Behandlung mit kombinierten Schüßlersalzen (JSO Bicomplexe) entstanden ist, eine vergleichsweise sichere, also nebenwirkungsarme Behandlung erlaubt. Doch es sind nicht nur Effektivität oder die günstigeren Behandlungskosten, die der Thronfolger als Argument für die Homöopathie anführt. Es ist vor allem auch seine grundlegende Auffassung eines ganzheitlich-ökologischen Verständnisses für Menschen, Tiere oder die Lebensumwelt, für die er sich gleichermaßen einsetzt.

Neben der Wissenschaft, die der Prinz zitiert, verfügt das britische Königshaus übrigens noch über andere Einsichten in die Wirksamkeit der Homöopathie. Nämlich derart ausführliche persönliche Erfahrungen, wie sie sonst wohl weltweit nicht mehr existieren. Denn schon seit Zeiten Samuel Hahnemanns (1755-1843), der die Homöopathie im 18. und 19. Jahrhundert entwickelt hat, gibt es durchgängig homöopathisch qualifizierte Hofärzte, die praktisch alle Familienmitglieder seither behandelt haben. Vielleicht ist dies ja einer der Gründe für die erstaunliche Langlebigkeit der Mountbatten-Windsor-Familie?

Autor
• Rainer H. Bubenzer, Gesundheitsberater, Bicomplexe.Heilpflanzen-Welt.de